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Selbstverschuldet, aber nicht zwangsläufig: Darum tut der Wolfsburg-Abstieg weh

VfL Wolfsburg

Ein Abstieg, der besonders schmerzvoll ist

Tilmann Mehl
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    Auch Dieter Hecking konnte den Wolfsburger Abstieg nicht verhindern.
    Auch Dieter Hecking konnte den Wolfsburger Abstieg nicht verhindern. Foto: Swen Pförtner, dpa

    Der Abstieg der Wolfsburger ist selbst verschuldet. Der Kader hat nie gehalten, was er versprochen hat. Zudem haben die Bosse falsche Entscheidungen bei der Trainerauswahl getroffen. Das lässt sich im Nachhinein lässig feststellen und kaum jemand wird widersprechen. Auch, weil der Bundesligastandort Wolfsburg als lässlich und langweilig gilt. Dass der Klub 29 Jahre lang in Deutschlands Top-Liga spielte, war größtenteils auf die Alimentierung von VW zurückzuführen. Wirklich vermisst wird der VfL außerhalb Wolfsburgs nicht werden.

    Für alle Beteiligten macht das den Abstieg nicht weniger bitter. Es gibt Menschen, die ihr Herz an diesen Klub verloren haben. Wieso das so ist: schwer zu sagen. Vielleicht lag es an Dzeko, Grafite und Misimovic, also jenem wunderbaren Trio, das die Wolfsburger dereinst zur Meisterschaft schoss. Oder an Kevin de Bruyne, der ein paar Jahre später die VW-Stadt mit Fußball auf Welt-Niveau verzauberte. Möglicherweise hängen viele Fans dem Klub auch aus traditionellen und lokalen Gründen an. Oft gibt es schlicht keine rationalen Beweggründe, einem Verein emotional verbunden zu sein.

    Simonis, Bauer, Hecking: An dieser Mannschaft verzweifelten sie

    Spieler finden den Weg zu einem Klub meist aus sehr rationalen Beweggründen – oft finanzieller Art. Das ist für Berufsfußballer vernünftig. Im Falle der Wolfsburger Fußballer war schon im Anfangsstadium der Saison zu sehen, dass sie kein Gespür für ein gedeihliches Miteinander entwickeln. Die Verantwortlichen vertrauten darauf, dass die passablen Einzelspieler zu einem passablen Team zusammenwachsen würden. Das taten sie nicht. Daran vermochten auch die drei Trainer der abgelaufenen Spielzeit nichts zu ändern. Die Entscheidung, auf den in der Bundesliga unerfahrenen Paul Simonis zu setzen, war mutig. Dieser Mut wurde nicht belohnt. Da aber auch die nachfolgenden Daniel Bauer und Dieter Hecking das Dahinsiechen nicht stoppen konnten, liegt die Vermutung nahe, dass es der Mannschaft an Qualität gefehlt hat.

    Die zeigt sich nicht nur darin, behände mit dem Ball umzugehen oder die Linie möglichst flott entlangzusprinten. Professionelle Fußballer unterscheiden sich von Amateuren vorwiegend dadurch, viele richtige Entscheidungen auf dem Feld zu treffen. Die Außergewöhnlichen machen dazu noch Außergewöhnliches. Zu viele der Wolfsburger Spieler stellten das Außergewöhnliche vor das Notwendige. So war der Abstieg zwar selbstverschuldet, nicht aber zwangsläufig. Unnötiges Leid ist das schmerzhafteste Leid.

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