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Ski-Welcup Kitzbühel: Deutsche machen wenig Hoffnung auf Olympia

Ski alpin

Weltcup in Kitzbühel: Wenig übrig von den goldenen Zeiten der deutschen Ski-Männer

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    Simon Jocher schied am Freitag in Kitzbühel aus.
    Simon Jocher schied am Freitag in Kitzbühel aus. Foto: Mathias Mandl, Witters

    Die Aussage, dass dabei sein alles ist, wird fälschlicherweise Pierre de Coubertin zugeschrieben. Der Franzose hatte 1896 die Olympischen Spiele der Neuzeit begründet und diesen Satz wohl nie gesagt. Trotzdem erfreut er sich großer Beliebtheit und könnte in diesem Jahr sinnbildlich für die deutschen Skifahrer stehen. Denn die gehen bei den Winterspielen in Italien bestenfalls als ambitionierte Außenseiter in ihre Rennen. Vor allem in der Speedabteilung des DSV ist wenig übrig von den goldenen Zeiten, als Thomas Dreßen, Andreas Sander oder Josef Ferstl ganz vorn mitmischten. Am Ende eines komplizierten und kaum durchschaubaren Qualifikationsprozesses ruhen nun auf Simon Jocher die größten Hoffnungen der deutschen Schnellfahrer für Bormio, wo die olympischen Männerrennen stattfinden. Der 29-Jährige ist meist ein Kandidat für die Plätze 20 bis 40, ließ zuletzt aber aufhorchen, als er im Super-G von Livigno Fünfter wurde und die dortige Abfahrt auf Platz 14 beendete.

    Das Aus in Kitzbühel kommt nach einem Fahrfehler

    „Ich habe in beiden Disziplinen das Potenzial, gute Leistungen zu zeigen“, sagte er am Donnerstag. Er wolle sich regelmäßig in den Top 15 platzieren, „das wäre zufriedenstellend. Von dieser Ausgangslage kann es dann schon mal, wenn alles zusammenpasst, weit nach vorn gehen. Ich habe gesehen, dass es möglich ist, dass es in Reichweite ist, auf dem Treppchen zu stehen.“ Zum Auftakt des Rennwochenendes in Kitzbühel ging dieser Plan aber erst einmal nicht auf. Etwas mehr als 20 Sekunden war Jocher am Freitag im Super-G unterwegs, als er nach einem Fahrfehler ausschied. Das gleiche Schicksal ereilte seine Teamkollegen Romed Baumann und Anton Grammel. Ins Ziel kam nur Luis Vogt, der auf Platz 44 landete und das triste Gesamtbild vervollständigte. Selten waren die Deutschen weiter weg von der Spitze. Den Super-G von Kitzbühel gewann der Schweizer Marco Odermatt, der drei Hundertstelsekunden vor seinem Teamkollegen Franjo von Allmen landete. Dritter wurde der Österreicher Stefan Babinsky.

    DSV-Fahrer gehören auch in Bormio nicht zu den Medaillenkandidaten

    Die deutschen Männer gehören also auch in Bormio nicht zu den Medaillenkandidaten. Jocher will die Winterspiele ohnehin noch nicht in seinen Kopf lassen: „Ich denke von Wochenende zu Wochenende. Es ist nicht so, dass ich in Kitzbühel versuche, mir Kräfte zu sparen oder zurückzuziehen, weil bald Olympia kommt.“

    Bei den Technikern ruhen die deutschen Männer-Hoffnungen vor allem auf Slalom-Spezialist Linus Straßer. Der allerdings steckt noch mitten in den Umbauarbeiten nach einem Ausrüsterwechsel. Nach neun Jahren Rossignol fährt er nun Skier, Schuhe und Bindungen von Head. Diese Umstellung ist ein komplexer Prozess und bei Straßer noch längst nicht abgeschlossen. Sein bestes Ergebnis in dieser Saison ist ein achter Platz. Inzwischen habe er aber eine Abstimmung gefunden, „mit der ich meine Vorstellungen vom Skifahren umsetzen kann. Jetzt geht es darum, die relativ konstanten Leistungen aus dem Training auch im Rennen umzusetzen.“ Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich an diesem Sonntag im Slalom von Kitzbühel, den er 2024 schon gewonnen hat.

    Wechsel des Ausrüsters vor der Olympia-Saison

    Die Frage, warum er ausgerechnet in einer Olympiasaison den Ausrüster gewechselt habe, konterte Straßer entspannt. „Wenn du anfängst zu denken, dass du jetzt nicht wechseln darfst, weil ja Olympia ist – dann weiß ich nicht, ob das was werden kann. Ganz am Schluss zählt halt doch nur der Olympiasieg.“ Er habe aus seiner Komfortzone herauskommen wollen, um sein Potenzial voll auszuschöpfen. Die reichlich vage Aussicht auf einen Olympiasieg konnte ihn davon nicht abhalten.

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