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Skispringen: Auftakt der Vierschanzen-Tournee: Überraschende Wende bringt Felix Hoffmann auf Platz 3

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Auftakt der Vierschanzen-Tournee: Überraschende Wende bringt Felix Hoffmann auf Platz 3

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    Überraschender Gast auf dem Podium: Felix Hoffmann mit seinem Pokal für Rang drei.
    Überraschender Gast auf dem Podium: Felix Hoffmann mit seinem Pokal für Rang drei. Foto: Daniel Karmann, dpa

    Am Ende waren es drei Millimeter. Gerade mal drei Millimeter passte der Anzug am Bein nicht. Für den Slowenen Timi Zajc bedeutete das einen bitteren Ausgang des Montagabends. Um 18.52 stand fest, dass Zajc disqualifiziert wird. Wegen drei Millimetern. Nutznießer war Felix Hoffmann. Der deutsche Skispringer war davon ausgegangen, das erste Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf als Vierter beendet zu haben. Bis die für ihn gute Nachricht im Stadionrund ankam.

    Der Jubel unter den 25.500 Fans war groß. Natürlich auch im deutschen Team, das in diesem Winter keinen Favoriten auf den Gesamtsieg des Vierschanzen-Spektakels hat. Weil die einstigen Vorzeigespringer Andreas Wellinger und Karl Geiger in einer Krise stecken. Und weil vor allem Domen Prevc derzeit in einer eigenen Liga springt. Das zeigte der Slowene auch am Montagabend. Mit 141,5 Metern im ersten Durchgang und 140 Metern beim zweiten Versuch landete er unangefochten auf Rang eins vor Daniel Tschofenig aus Österreich und eben Hoffmann, der sich nach der Disqualifikation von Zajc aufs Podium schob.

    Plötzlich war Hoffmann mittendrin bei der Siegerehrung. Er musste nicht vom Rand zuschauen, wenn die Pokale vergeben werden. Vorbereitet war der 28-Jährige darauf nicht. Er musste erst seine Startnummer wieder suchen, die er sich für die Siegerehrung erneut überstreifen musste. Als das geschafft war, stand der Pokalübergabe nichts mehr im Weg. „Glücklicherweise durfte ich doch noch zur Siegerehrung aufs Podest. Das war das i-Tüpfelchen auf dem Wettkampf“, sagte Hoffmann. Und: „Ich denke schon, dass es einen Schub für Garmisch gibt.“

    Nur zwei deutsche Springer erreichen den Finaldurchgang

    Seine Podestplatzierung aber täuscht nicht darüber hinweg, dass der deutsche Gesamtauftritt nicht zufriedenstellend war. Geiger hatte den Wettkampf verpasst, er war am Sonntag als 53. in der Qualifikation ausgeschieden. Der Oberstdorfer fieberte aber an der Schanze mit. Am Ende stand er unten im Auslauf und beglückwünschte die beiden derzeit besten deutschen Springer zu ihren Leistungen. Hoffmann als Dritter und Philipp Raimund als Fünfter haben gezeigt, dass zumindest sie weiterhin zu den Besten der Welt gehören. Allerdings waren sie die beiden einzigen deutschen Springer im Finaldurchgang.

    Andreas Wellinger hatte den zweiten Durchgang am Montag verpasst. Auch er steckt wie Geiger in einer tiefen Krise. Am Montag verschwand Wellinger beinahe wortlos aus dem Innenraum. Das Gespräch mit den Journalisten versuchte er zu vermeiden. Zu tief saß wohl der Frust, nachdem er sich zuvor auf einem guten Weg zurück gewähnt hatte. Ebenso wie Geiger hatte er im Weltcup pausiert und dafür Extraschichten im Training eingelegt. Wirklich ausgezahlt hat sich das nicht.

    Karl Geiger blieb am Montag nichts anderes übrig, als mit seinen Kollegen mitzufiebern. Die Stimmung in der deutschen Mannschaft sei gut, versicherte Geiger. Als er das sagte, stand er unten im Auslauf der Oberstdorfer Schanze. Sein Blick richtete sich nach oben, dorthin, wo Philipp Raimund gerade startete.

    Philipp Raimund fällt mit seinem Smart-Ring auf

    Geiger nickte anerkennend. Es war nur Raimunds Sprung in der Qualifikation, der aber trug ihn auf Rang zwei. Ein Ausrufezeichen, dem der 26-Jährige im Wettkampf am Montag immerhin Rang fünf folgen ließ. Mit 136 und 133 Metern. Besser war überraschend Felix Hoffmann mit 132,5 und 136 Metern. „Bis auf den Domen ist alles eng beieinander“, sagte Hoffmann „Mit meinen beiden Sprüngen bin ich auch zufrieden“, fügte er an. Nach seinem überraschenden Sprung auf das Podest noch umso mehr.

    Raimund war vor dem Auftakt in Oberstdorf der deutsche Hoffnungsträger. Weil er mittlerweile konstant springt. Weil er gelernt hat, sich auf seinen Beruf zu fokussieren. Ohne dabei die Lockerheit zu verlieren. Seinen Witz und Schmäh werde er immer behalten, waren sich Andreas Wellinger und Pius Paschke sicher. Ein Beispiel? Nach Oberstdorf hat Raimund ein besonderes Accessoire mitgebracht: einen Smart-Ring, der seinen Puls und andere körperliche Daten misst, dabei aber auch spektakulär aussieht. Er erinnere ihn an „Herr der Ringe“, so Raimund. Bekommen habe er diesen Ring von seinem Teamkollegen Luca Roth. Raimund kommt aus Göppingen, Roth aus Meßstetten. „Das ist Schwabenpower“, sagte Raimund.

    Die trug ihn auf Rang fünf. Allerdings weit weg von Dominator Domen Prevc. „Er fliegt in einer anderen Liga“, sagte Raimund über den Slowenen. Der Österreicher Tschofenig kam dem Slowenen noch am nächsten. Aber auch ihm fehlten fast 17 Zähler in der Gesamtwertung. Prevc scheint in diesem Jahr kaum zu schlagen zu sein. Vor genau zehn Jahren hatte sein Bruder Peter Prevc die Vierschanzentournee gewonnen.

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