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Spanische Frauenfußballerinnen: Auf dem Weg zur EM-Krone in der Schweiz

Frauenfußball-EM

Die spanische Spielkunst verblüfft in der Schweiz

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    Aitana Bonmati und die Spanierinnen spielen bei der EM in der Schweiz bislang großartig auf.
    Aitana Bonmati und die Spanierinnen spielen bei der EM in der Schweiz bislang großartig auf. Foto: WITTERS

    Es sah schon verdammt lässig aus, wie Aitana Bonmati am Strafraumrand ruhig den Ball zu Alexia Putellas passte, die gleich die nächste Station suchte: Da stand ja auch noch Claudia Pina frei, die fast aus dem Stand die Kugel in den Winkel schlenzte. Spanische Schönheit im zweiten Gruppenspiel der Frauen-EM gegen Belgien (6:2) in Vollendung. Und echte Konkurrenz für die pittoresken Bergkulissen der Umgebung. Thun wird auch „das Tor zum Berner Oberland“ genannt – solche Traumtore hatte das 44.000-Einwohner-Städtchen noch nicht gesehen.

    Der heimische FC Thun kickte vergangene Saison in dieser überschaubaren Arena noch in der zweitklassigen Challenge League, hat aber den Aufstieg geschafft. Vielleicht können sie sich ja von der erstklassigen Aufführung etwas abschauen. Wie schon beim 5:0 gegen Portugal spielten die Weltmeisterinnen auch mit ihrem zweiten Kontrahenten phasenweise Katz und Maus. Es wäre nur logisch, wenn sich Spaniens Künstlerinnen erstmals zu Europameisterinnen krönen würden – bislang haben diese Auszeichnung nur die Nachwuchsteams ergattert, fünf Mal die U17-, vier Mal die U19-Juniorinnen. Frauen wie Männer können binnen zwölf Monaten Europas Thron mit spielerischer Leichtigkeit erklimmen.

    Noch 2012 verlor „La Furia Roja“ ein EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland mit 0:5. Die heutige DFB-Vizepräsidentin Celia Sasic traf bei ihrem Viererpack in Mannheim am Ende kaum noch auf Widerstand, denn spanisches Talent blitzte früher bloß in Spurenelementen auf. Es musste erst der FC Barcelona die Ausbildung der besten Mädchen übernehmen, um das Potenzial zu wecken. Inzwischen stehen regelmäßig sieben, acht Barça-Spielerinnen in der Startelf. Gerade sie haben durch das verlorene Champions-League-Finale gegen den FC Arsenal noch etwas gut zu machen. Wobei: Nach der Meningitis-Diagnose ihrer zweimaligen Weltfußballerin Aitana ging es erst einmal um wichtigere Dinge.

    Weltfußballerin Aitana geht es nach Hirnhautentzündung besser

    Die 27-Jährige hat in der spanischen Zeitung AS erklärt, warum sie dann schon im ersten Gruppenspiel einige Minuten und im zweiten Gruppenspiel eine Halbzeit mitmachen konnte. „Ich bin gesund und körperlich nicht sehr beeinträchtigt. Ich muss dankbar sein.“ Es gebe bei einer Hirnhautentzündung zwei Arten, „glücklicherweise hatte ich die virale, die milder verläuft“, erzählte Aitana, die nur zwei Nächte im Krankenhaus verbrachte. So offen sie über ihre Krankheit redete, so zurückhaltend gab sich die gebürtige Andalusierin bei den Ambitionen. „Es ist zu früh über den Titel zu sprechen, aber wir sind hier, um ins Finale zu kommen.“

    Von der EM 2022 in England ging es schon nach dem Viertelfinale zurück auf die iberische Halbinsel. Im Mutterland des Fußballs hatte eigentlich jeder erwartet, eine neue Topnation würde nach der Trophäe greifen. Doch erst setzte sich in der Gruppenphase Deutschland, dann der Gastgeber durch. Ihre Lehren zogen die Spanierinnen bei der WM 2023 in Australien und Neuseeland eindrucksvoll. Nur patzte am anderen Ende der Welt der eigene Verband.

    Unwürdiger Schmatzer von Präsident Rubiales

    Der unwürdige Schmatzer ihres Präsidenten Luis Rubiales auf den Kopf von Jennifer Hermoso geriet zum Gipfel der herabwürdigen Behandlung über all die Jahre. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen professionalisiert. Im letzten Gruppenspiel gegen Italien (Freitag 21 Uhr/ARD) könnte ohne Qualitätsverlust rotiert werden. Sieben Namen finden sich schon unter den Torschützinnen. Bei den meisten Treffern ist gefühlt das halbe Team beteiligt. Siehe das zwischenzeitliche 5:2 in Thun, das eigentlich auf eine Postkarte gehört. Im Hintergrund dann bitte die Berge.

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