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Super Bowl 2025 in New Orleans: Das Duell der Unbeliebten im American Football

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Super Bowl in New Orleans: Das Duell der Unbeliebten

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    NFL-Commissioner Roger Goodell mit den Helmen der beiden Super Bowl-Teams Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles (grün).
    NFL-Commissioner Roger Goodell mit den Helmen der beiden Super Bowl-Teams Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles (grün). Foto: Maximilian Haupt, dpa

    Der 59. Super Bowl in New Orleans hat das Potenzial, ein sporthistorisches Ereignis zu werden: Gewinnen die Kansas City Chiefs um ihre Superstars Patrick Mahomes und Travis Kelce das Finale der US-Profiliga NFL gegen die Philadelphia Eagles, schaffen sie als erste Mannschaft den „Threepeat“ mit drei Super-Bowl-Siegen in Serie. Eagles-Ballträger Saquon Barkley kann mit einem weiteren dominanten Auftritt einen mehr als 40 Jahre alten Rekord für seine Position einstellen. Und es gibt eine weitere Bestmarke, wenn auch weniger leicht messbar: Selten waren beide Teams außerhalb ihrer Heimatstädte derart unbeliebt.

    Die Chiefs sind seit einigen Jahren die Mannschaft, der die meisten Football-Fans missgünstig gegenüberstehen. Seit Patrick Mahomes 2018 die Spielmacherposition übernommen hat, gehört die Mannschaft zu den Titelanwärtern und hat auch bereits dreimal die Meisterschaft gewonnen. Mit den Titeln kamen die Neider, denen das Erfolgsabonnement der Chiefs ein Dorn im Auge ist. Und das in einer Liga, in der durch die hohe Spielerfluktuation und Verletzungsausfälle die Karten fast permanent neu gemischt werden.

    Viele NFL-Fans nervt der Hype um Taylor Swift und Travis Kelce

    Die nächste Stufe des Naserümpfens wurde mit der Beziehung von Kelce und Pop-Ikone Taylor Swift gezündet. Fluteten Swift-Meldungen bereits vorher sämtliche medialen Kanäle, machten sie nun auch vor dem Sport nicht mehr Halt. Die Swifties kauften reihenweise Chiefs-Trikots. Und die NFL schürte den Hype, indem sie jeden Besuch der Sängerin im Stadion weidlich ausschlachtete. Selbst die Landung ihres Privatjets, der sie im vergangenen Jahr aus Japan rechtzeitig zum Superbowl nach Las Vegas brachte, wurde zur Nachricht hochgejazzt.

    In diesem Jahr kommt ein weiterer Stein des Anstoßes dazu: enormes Spielglück. Die Chiefs kamen zwar mit nur zwei Niederlagen durch die 17 regulären Saisonspiele, hinterließen aber keineswegs einen dominanten Eindruck. Die Angriffsreihe brachte es nur selten auf mehr als 25 Punkte, Patrick Mahomes‘ Leistungen waren weit von seinem Anspruch als Superstar entfernt. Dass sie trotzdem enorm erfolgreich waren, lag an der starken Abwehr und eben Dusel. Die Gegner ließen in entscheidenden Situationen fahrlässig Punkte liegen, die Abwehr blockte in letzter Sekunde einen Fieldgoal-Versuch oder die Schiedsrichter trafen umstrittene Entscheidungen zugunsten der Chiefs. So gewann Kansas City zwölf von zwölf Spielen, die mit sieben oder weniger Punkten entschieden wurden.

    Super Bowl 2025: Die Fans der Philadelphia Eagles sind in den USA ziemlich verrufen

    Die Philadelphia Eagles warten weder mit Promi-Pärchen-Wahnsinn noch absurdem Dusel auf – zum Sympathieträger taugen sie aber auch nicht. Das liegt vor allem an der Fangemeinde der Adler: Die gilt in den USA als maximal feindselig – gemessen an der sonst sehr entspannten Fankultur in Footballstadien. Für gewöhnlich stehen die Anhänger unterschiedlicher Teams friedlich beieinander. In Philly erleben Auswärtsfans das mitunter anders: Hier gibt es regelmäßig Berichte über Beschimpfungen, Bierduschen und Spuckattacken. Ruhe oder aufmunternden Applaus für verletzte gegnerische Spieler gibt es dort auch nicht, eher Buh-Rufe oder sogar Jubel – ein absolutes No-Go im US-Sport.

    So wird in den USA gewitzelt, dass man sich für diesen Superbowl eigentlich zwei Verlierer wünscht. Oder, dass man in diesem Jahr aber wirklich nur zur Halbzeitshow einschalten würde. In diesem Fall würde man aber nicht nur ein sehr wahrscheinlich hochklassiges Duell zweier starker Teams verpassen – es besteht auch die Gefahr, trotzdem eine Dosis Taylor Swift abzubekommen. Denn in der Halbzeitshow singt Hiphop-Superstar Kendrick Lamar – und der hat schon ein erfolgreiches Duell mit der Pop-Prinzessin gesungen. Die Gerüchteküche brodelt, dass sie für einen Gastauftritt von der Tribüne steigt. Viele Fans werden das nicht gerne hören.

    Super Bowl in New Orleans: Höchste Sicherheitsstufe rund um das NFL-Finale

    Rund um den Superdome ist in diesem Jahr die Sicherheit das bestimmende Thema. Zum Superbowl-Wochenende werden mehr als 100.000 Besucher erwartet. Nachdem ein Mann am 1. Januar mit einem Truck durch die Partymeile Bourbon Street gerast war und 15 Menschen getötet hatte, haben die Behörden die Maßnahmen noch einmal hochgefahren. Kühltaschen und größere Handtaschen sind rund um das Stadtzentrum verboten, es gibt Flugverbotszonen für Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge und Hunderte Sicherheitskräfte.

    Rekordverdächtig wird auch die Fernsehwerbung für dieses Jahr: Firmen haben große Stars für ihre Spots verpflichtet. Die Schauspielstars Chris Hemsworth und Chris Pratt werben für Sonnenbrillen, Ex-Fußballer David Beckham für Bier, genau wie die Schauspieler Willem Dafoe und Catherine O‘Hara. Mit bis zu acht Millionen Dollar kosten 30 Sekunden Werbezeit gut eine Million mehr als im vergangenen Jahr. In Deutschland beginnt das Spiel um 0.30 Uhr und ist bei RTL im Free-TV zu sehen.

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