Der ohnehin angespannte Zwist zwischen Marc-André ter Stegen und dem FC Barcelona droht völlig zu eskalieren. Wie die katalanische Sportzeitung Mundo Deportivo berichtet, sieht sich der deutsche Nationaltorwart mit einem internen Disziplinarverfahren konfrontiert. Auslöser ist offenbar seine Weigerung, nach seiner Rückenoperation eine Einverständniserklärung zu unterzeichnen, mit der der Klub den vollständigen medizinischen Operationsbericht an die La Liga weiterleiten dürfte. Hintergrund: Erst mit einer Unterschrift des Keepers bekommt Barcelona auf dem Transfermarkt neue Freiheiten.
Ungewöhnlicher Konflikt – Barca schaltet Juristen ein
Dem Bericht zufolge handelt es sich um einen bislang einmaligen Fall in der Vereinsgeschichte. Ohne die Unterlagen kann die spanische Ligaverwaltung den tatsächlichen Schweregrad von ter Stegens Verletzung nicht verifizieren - und das hat erhebliche finanzielle Folgen. Der Klub darf nur dann 80 Prozent von ter Stegens Gehalt zur Registrierung neuer Spieler verwenden, wenn die prognostizierte Ausfallzeit mindestens vier Monate beträgt.
Brisant dabei: Ter Stegen selbst hatte in einem Instagram-Beitrag nach dem Eingriff von „etwa drei Monaten Pause“ gesprochen - deutlich kürzer als die vom Verein intern erwarteten fünf Monate. Beobachter werten diesen Schritt als gezielten Fingerzeig Richtung Klubführung, da Barca derzeit dringend finanziellen Spielraum für Neuzugänge benötigt. Die Vereinsführung hat demnach bereits die Rechtsabteilung eingeschaltet. Sollte ter Stegen weiterhin die Freigabe verweigern, drohen im laut Mundo Deportivo interne Sanktionen bis hin zu einer Geldstrafe.
Flick setzt auf neue Torwart-Hierarchie - Ter Stegen Status wackelt
Sportlich ist die Lage kaum weniger explosiv: Seit dem Amtsantritt von Trainer Hansi Flick hat ter Stegen seinen unumstrittenen Stammplatz verloren. In der Rangfolge soll er inzwischen sogar auf Platz drei gefallen sein - hinter Neuzugang Joan García und dem erfahrenen Wojciech Szczesny. Pikant: García wartet aufgrund der unter Druck stehenden Gehaltsobergrenze noch immer auf seine Spielberechtigung. Genau dafür wäre ter Stegens langfristige Verletzungsmeldung von großer Bedeutung.
Konflikt in Barcelona: Ter Stegen unter Druck – was bedeutet das für die WM 2026?
Ter Stegens Vertrag beim FC Barcelona läuft zwar noch bis 2028, doch im Hinblick auf die WM 2026 ist der 33-Jährige auf regelmäßige Spielpraxis angewiesen. Sollte Flick dauerhaft auf García setzen, könnte ein Abschied im Sommer erstmals realistisch werden. Medien in Spanien spekulieren bereits über Interesse aus der Premier League und der Serie A.
Fest steht: Das Verhältnis zwischen Klub und Spieler hat durch den aktuellen Streit erheblichen Schaden genommen. Wie kompromissbereit sich beide Seiten in den kommenden Wochen zeigen, dürfte entscheidend sein - andernfalls droht eine Schlammschlacht.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren