Golfprofi Martin Kaymer hat zahlreiche Turniere nur unter dem Einfluss von Schmerzmitteln spielen können. Wie der 41-Jährige vor Andalucia Maters auf dem renommierten Platz Valderrama im Sky-Interview berichtete, nahm er wegen gesundheitlicher Probleme bis zu 3.500 Milligramm Ibuprofen täglich zu sich. „Ich habe teilweise vier, fünf Turniere gespielt, ohne jegliches Training, sondern nur die Turnierrunden. Ich habe mich dann mit Schmerzmitteln zugeballert, um die Turniere zu spielen“, sagte Kaymer.
Die empfohlene Tagesdosis Ibuprofen beträgt maximal 2.400 mg für Erwachsene. Frei verkäuflich sind in Deutschland in Apotheken Tabletten mit bis zu 400 mg Wirkstoff. Höhere Dosierungen sind rezeptpflichtig.
Froh über Montage und Dienstage
„Aber ich habe teilweise 3.500 (mg., Anm. d. Red.) Ibuprofen pro Tag genommen. Das ist sehr viel. Und wenn du das vier, fünf Tage in Folge nimmst - da war ich immer froh, wenn Montag, Dienstag war, wo der Körper wieder bisschen relaxen kann“, sagte Kaymer. Und weiter: „Klar macht man sich Gedanken darüber, wie lange kannst du das noch machen. Aber zum Glück ist jetzt alles in Ordnung.“
Die Schmerzen hatten auch Auswirkungen auf sein Spiel. „Und dann machst du natürlich viele Fehler, viele schlechte Schläge machst du“, so Kaymer, der seit 2022 auf der von Saudi-Arabien finanzierten LIV Tour spielt.
Der 41-Jährige hat in seiner Karriere die PGA Championship (2010) und die US Open (2014) gewonnen und ist nach Legende Bernhard Langer erst der zweite Deutsche mit Siegen bei Major-Turnieren. Zwischenzeitlich war Kaymer die Nummer 1 der Weltrangliste. Aktuell rangiert er nur noch auf Platz 735.
Aufsteigende Form und schmerzfreies Spiel
An ein Karriereende hat Kaymer nach eigenen Angaben trotz der gesundheitlichen Probleme und des sportlichen Absturzes nicht gedacht. Er habe darüber mit seiner Frau gesprochen und sei froh, jemanden zu haben, der das ernst nehme und auf ihn eingehen könne. „Sie ist natürlich auch Sportlerin, sie versteht die Einstellung, dass man auch leiden muss, um Erfolg zu haben. Leiden kann auch gut sein. Aber es soll natürlich nicht dahin gehen, dass du unter Schmerzen spielst, die langfristig dann noch Auswirkungen nach der Golf-Karriere haben“, meinte der Golfprofi.
Zuletzt hatte Kaymer wieder aufsteigende Form nachgewiesen und die PGA Championship als 35. beendet. „Gesundheitlich bin ich da, wo ich hin wollte. Die letzten vier Jahre waren frustrierend, viele Aufs und Abs gehabt. Die PGA Championship hat total gutgetan, schmerzfrei gespielt, auch gute Ergebnisse gespielt“, sagte Kaymer.
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