Niemand wird gerne unfreiwillig ersetzt. Bei Winston Churchill kommt hinzu, dass er sich dagegen auch gar nicht wehren kann. Der ehemalige Premierminister ist seit 61 Jahren tot. Für die Briten ist er aber immer noch allgegenwärtig. Sein Porträt ziert die Fünf-Pfund-Note. Noch. Die Briten haben sich in einer Umfrage dafür ausgesprochen, statt historischer Persönlichkeiten Motive aus dem Bereich „Natur“ auf die Geldscheine drucken zu lassen. Auf Platz zwei landete der Bereich „Architektur und Sehenswürdigkeiten“ (der Big Ben etwa oder, rot gebrannte Urlauber am Strand Mallorcas). Churchill also wird von den Scheinen verschwinden. Genauso wie beispielsweise auch Jane Austen.
Dass die Schriftstellerin über Jahre hinweg vom Zehn-Pfund-Schein entgegenblicken würde, hätte sie möglicherweise mit Stolz erfüllt. Einem gängigen Vorurteil folgend, interessieren sich konservative Politiker aber eher dafür, dass mit Churchill künftig nicht mehr zu zahlen sein wird. Der Tory Tom Tugendhat etwa deutet dies als Zeichen „nationalen Niedergangs“. Nicht jeder Engländer ist mit Understatement vertraut.
Warum eigentlich nicht David Beckhams rechter Fuß?
Statt Churchill und Austen werden künftig Reh und Dachs auf den Scheinen prangen. Möglicherweise werden die Briten auch bald kollektiv den Igel in der Tasche haben. Die Motive sind noch nicht festgelegt. Solange das nicht der Fall ist, besteht noch Hoffnung, dass die Britinnen und Briten auf kreative Lösungen kommen. Sie könnten beispielsweise auch Nationalheiligtümer auf ihren Zahlungsmitteln platzieren. David Beckhams rechten Fuß. Harry Potters Besen. Robin Hoods Bogen.
Am Ende wird es ihnen auf der Insel – wie auch überall sonst – egal sein, womit sie zahlen. Solange es nicht Blut, Schweiß und Tränen sind.
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