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WM 2026: Deutschland vor dem ersten WM-Spiel: Es wird heiß

WM 2026

Deutschland vor dem ersten WM-Spiel: Es wird heiß

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    Eine wenig schweißtreibende Methode, um sich fortzubewegen: Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha fahren im Golfcart zum Training.
    Eine wenig schweißtreibende Methode, um sich fortzubewegen: Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha fahren im Golfcart zum Training. Foto: Jan Woitas, dpa

    Möglicherweise sitzen sehr Humor begabte Menschen in der Medienabteilung der Fifa. Rund um eine Weltmeisterschaft verschickt der Weltverband etliche Postillen, um zu verdeutlichen, wie außergewöhnlich das Turnier ist. Kurz vor dem letzten Abpfiff wird Gianni Infantino ein vorgezogenes Resümee ziehen und die Weltmeisterschaft als die „beste aller Zeiten“ bezeichnen. Dieses Prädikat hat er 2018 den Russen verliehen und vier Jahre später in Katar den dortigen Organisatoren auch noch. Der Chef wird es sich nicht nehmen lassen, auch Kanada, Mexiko und der USA in etwas mehr als einem Monat zu bescheinigen, die beste WM aller Zeiten ausgetragen zu haben.

    Dazu beitragen wird aus Sicht der Fifa das enorme Zuschauerinteresse. Ein solches stellt der Verband jedenfalls fest: „Angesichts der beispiellosen weltweiten Nachfrage wird der bei der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 1994 aufgestellte Rekord von insgesamt 3,5 Millionen Zuschauern ziemlich sicher übertroffen.“ Und das ist dann eben lustig. Schließlich hatten bei der vergangenen WM in den USA lediglich die absurd geringe Zahl von 24 Mannschaften teilgenommen, während es diesmal 48 sind. Doppelt so viele Mannschaften bedeuten doppelt so viele Spiele.

    Zudem fassen die Arenen in den USA extrem viele Fans. Auch darauf ist die Fifa stolz, ist es ihr doch wert in einer Pressemitteilung zu schreiben, dass die „Stadionkapazitäten der WM-Stadien bestätigt“ seien. Es war freilich nur ein Vorwand, um auf Superlative zu verweisen. Die deutsche Mannschaft kann sich darauf freuen, am Sonntag im Stadion von Houston vor 68.777 Zuschauerinnen und Zuschauern gegen Curacao zu spielen (19 Uhr, ARD/Magenta TV).

    Sportdirektor Rudi Völler hatte unter der Woche bereits mahnende Worte gefunden. Ein früher Platzverweis oder ein unnötiger Elfmeter könnten die Angelegenheit unnötig verkomplizieren. Man dürfe sich keinen Ausrutscher erlauben. Was Völler hinsichtlich des kompletten Turnierverlaufs und sämtlicher Favoriten meinte, darf die deutsche Mannschaft geflissentlich auch auf sich beziehen.

    Ein Punktverlust gegen die für die 150.00-Einwohner-Insel spielenden Männer wäre freilich eine der größeren WM-Überraschungen. Zudem präsentierte sich die deutsche Mannschaft bislang in angemessenem Maße konzentriert vor dem ersten Gruppenspiel. Letztmals hatte ein deutsches Team 2014 sein erstes WM-Spiel gewonnen. Hernach folgte 2018 eine Niederlage gegen Mexiko und vier Jahre später eine Pleite gegen Japan. Beide Male schied die deutsche Mannschaft nach der Vorrunde aus. Ähnliches ist dieses Mal allein schon aufgrund des neuen Konstrukts nicht zu erwarten, wonach auch noch die acht besten Gruppendritten aller zwölf Gruppen in die K.-o.-Phase einziehen.

    Auf mathematische Rechenspiele hat man beim DFB verständlicherweise gar keine Lust. Schließlich würde ein Weiterkommen als Gruppendritter auch bedeuten, sich mit komplett neuen logistischen Herausforderungen herumplagen zu müssen, während die Reisen als Erster oder Zweiter klar vorgezeichnet sind.

    Am Donnerstag hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Spielern einen freien Nachmittag vergönnt, nachdem er zuvor die Intensität offenbar hochgehalten hatte. „Wir hatten gestern ein extrem langes, extrem intensives Training. Wir haben viel gemacht, wir haben viel Elf gegen Elf gespielt“, berichtete Nico Schlotterbeck. Deswegen würde der „Tag Pause persönlich schon sehr gut“ tun. Der Dortmunder wollte sich aber nicht dazu einlassen, ob er den freien Tag dazu nutze, seine Zukunftsplanung voranzutreiben. Unlängst kamen Gerüchte auf, wonach Reals neuer Trainer Jose Mourinho die Qualitäten Schlotterbecks so sehr schätze, dass er gerne mit ihm zusammenarbeiten wolle.

    Weiter gediehen sind wohl schon die Transfergespräche rund um Nathaniel Brown. Der 22-jährige Linksverteidiger steht noch bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag, wird aber so heftig vom FC Bayern umworben, dass sich die drei Parteien bald auf einen Wechsel einigen werden. Die Münchner werden den Frankfurtern den Abschied Berichten zufolge mit etwa 60 Millionen Euro versüßen. Randerscheinungen vor dem ersten WM-Spiel. Die deutschen Spieler werden froh sein, wenn nach dem Spiel gegen Curacao keine größeren Debatten geführt werden.

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