Teuer, knapp und schwer durchschaubar. Der Ticketverkauf für die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko sorgt für Kritik. Der Fußballweltverband Fifa arbeitet erstmals bei einer WM mit „variablen Preisen“, auch die Platzverteilung steht beim Kauf nicht endgültig fest. Deshalb prüfen sowohl US-Behörden als auch Verbraucher- und Fanverbände inzwischen die Ticketpraxis der Fifa. Die wichtigsten Fragen rund um den Ticketkauf beim größten Sportevent der Welt haben wir hier gebündelt.
Warum schlägt der WM-Ticketverkauf gerade so hohe Wellen?
Die WM findet 2026 erstmals mit 48 Mannschaften statt – das vergrößert auch die Dimensionen beim Ticketverkauf. Schon seit 2025 gibt es Kritik an den selbst für eine Fußball-WM verhältnismäßig hohen Preisen, die nahe oder über dem vierstelligen Bereich liegen. Nun beschäftigen sich die Generalstaatsanwaltschaften von New York und New Jersey mit dem Fifa-System. Dabei geht es unter anderem um variable Preisgestaltung, Sitzplatzkategorien und die Frage nach ausreichender Käuferinformation. Parallel haben auch die Fanorganisation Football Supporters Europe und der Verbraucherverband Euroconsumers Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.
Was bedeutet Variable Pricing bei der Fifa?
Nach Angaben des Weltverbands können Preise während der Verkaufsphasen je nach Nachfrage und Verfügbarkeit eines Spiels angepasst werden. Die Fifa betont zugleich, es handle sich bei ihrem „Variable Pricing“ nicht um ein automatisches Modell, bei dem Preise algorithmisch verändert werden – so wie zum Beispiel beim Kauf von Flugtickets. Für Fans heißt das trotzdem: Der Preis steht nicht fest. Ein Ticket kann später teurer oder günstiger werden als zuvor. Viele kennen dieses Prinzip aus dem Alltag, etwa von Urlaubsbuchungen oder Konzerttickets.
Warum sind die variablen Ticketpreise für Fans problematisch?
Der Kauf von Stadionkarten wird immer schwerer planbar und nachvollziehbar. Wer früh kauft, weiß nicht sicher, ob es später noch bessere oder günstigere Möglichkeiten gibt. Wer Tickets noch in den Kaufphasen vor der Auslosung gekauft hat, wusste weder wie gut oder schlecht der Preis ist, noch welche Spiele er damit sehen wird. Wer jedoch länger wartet, riskiert, dass die Kontingente aufgebraucht sind oder Preise in die Höhe schnellen – das liegt maßgeblich an den variablen Preisen. Kritiker werfen der Fifa deshalb vor, ihre Monopolstellung auszunutzen. Der Verband verweist lediglich auf Nachfrage und Verfügbarkeit.
Was ist mit der Platzverteilung?
Auch bei den Plätzen wird es undurchsichtiger als früher. Fans kaufen zunächst Tickets in einer bestimmten Kategorie. Die genaue Sitzplatzzuweisung kann sich laut Fifa aber auch nach dem Kauf und selbst kurz vor dem Spiel noch ändern. Nach Angaben des Verbands dürfe im Falle einer Änderung keine Herabstufung in eine niedrigere Kategorie erfolgen. Trotzdem kann es für Fans einen Unterschied machen, ob sie innerhalb des Blocks einen besseren oder schlechteren Blick auf das Feld haben. Eine geänderte Sitzlage ist laut Fifa „kein Grund, ein Ticket zurückzugeben“. Verbraucherverbände kritisieren, dass sich auch bei den Sitzplatzkategorien noch Schlupflöcher für Last-Minute-Wechsel fänden.
Was sollten Fans beim Ticketkauf beachten?
Wichtig ist vor allem, nur offizielle Kanäle zu nutzen und vor dem Kauf genau auf den Endpreis und die Sitzplatzkategorie zu schauen. Dazu gehören Gebühren, Kategorien und die Bedingungen für die Plätze. Außerdem kann es helfen, sich nicht von knappen Kontingenten, die mit dem Näherkommen des Turniers wieder erhöht werden könnten, oder künstlichem Zeitdruck treiben zu lassen. Das ist bei einer solch aufwendigen Reise aber natürlich leichter gesagt als getan – und das weiß wohl auch die FIFA.
Gibt es alternative Wege an WM-Tickets zu kommen?
Es gibt Alternativen zum teuren und komplizierten Ticketkauf – aber nur begrenzt und trotzdem exklusiv über die Fifa. Der Verband hat zwar sogenannte Billigtickets für 60 US-Dollar eingeführt, die sind aber rar – auch für deutsche Fans: Laut DFB gibt es im deutschen Kontingent für die drei Gruppenspiele rund 1600 solcher Tickets. Eine andere Möglichkeit ist der offizielle Weiterverkauf auf dem Zweit- und Tauschmarkt. Günstiger wird es dort nicht automatisch: Auf dem Fifa-Marktplatz zahlen Käufer laut Verband 15 Prozent Gebühr, auch beim Weiterverkauf oder Tausch werden 15 Prozent fällig.
Fazit
Der WM-Ticketkauf ist 2026 kein einfacher Griff mehr zur Eintrittskarte – Preise und Sitzplätze können variabel von der Fifa geändert werden. Wer bei der WM also im Stadion dabei sein will, muss die Bedingungen genauer prüfen als früher – und trotzdem mit Unsicherheiten leben.
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