Es sind oft die einfachen Dinge, die einen großen Ausschlag haben. Im Fußball bedeutet das: Klar sind diametral abkippende Doppelsechsen irgendwie chic. Noch besser ist es aber oft, einfach die Zweikämpfe zu gewinnen. In der Gastronomie verhält sich das ähnlich: Natürlich kostet ein trendiger Cocktail sein Geld, aber die Gewinnspanne ist bei einer Flasche Mineralwasser meistens noch ein bisschen chicer, wenn man auf die Relation zwischen Einkaufspreis und Verkaufswert auf der Getränkekarte blickt.
Auch die Fifa, ihres Zeichens rühriger Veranstalter der bald beginnenden Weltmeisterschaft, hat ihre Hausaufgaben im Gastronomiebereich gemacht. In dieser Funktion gab der Fußball-Weltverband nun eine Änderung in seinem Leitfaden für WM-Spiele bekannt. „Zur Vermeidung von Missverständnissen: Wiederverwendbare Wasserflaschen dürfen nicht ins Stadion mitgebracht werden.“
Offizieller Grund fürs Umdenken: Sicherheitsbedenken
Zuletzt hatte es noch geheißen, dass leere, transparente und wiederverwendbare Plastikflaschen mit einem Fassungsvermögen von bis zu einem Liter in die Arenen mitgebracht werden dürfen. Offizieller Grund fürs Umdenken: Sicherheitsbedenken. Denn wer kennt ihn nicht – den gefährlichen Regen von Mehrwegflaschen, der sich bei jedem Länderspiel aufs Spielfeld ergießt. Tja.
Dass ein Grund sein könnte, dass sich Fans gefälligst ihre Wasserflasche teuer im Stadion kaufen sollen – mag vielleicht auch sein. Die zu erwartende Gluthitze an vielen Spielorten und Flaschenpreise zwischen vier und sechs US-Dollar, wie bei der Klub-WM vor einem Jahr, könnte die Abschlussbilanz der Weltmeisterschaft noch ein wenig verbessern.
Aber wer denkt, es sei damit getan, liegt natürlich falsch. Die USA sind ein Land, in dem Service geschätzt wird. Und Service kostet eben Geld. Dem Vernehmen nach gibt es bei der Fifa schon weitere findige Ideen, zusätzlich zu den ohnehin schon recht üppigen Ticketpreisen weitere Einnahmequellen aufzutun. Denn wer sagt eigentlich, dass ein Platz zwingend auch freigeschaltet sein muss? Wer sich auf seinem Sitz einfindet, kann diesen erst gegen eine Gebühr herunterklappen. Und dass Schattenplätze extra kosten müssten, ist ja ohnehin klar. Warum soll die Toilettennutzung eigentlich kostenlos sein? Die so generierten Fifafair-Coupons könnten sich dann beim Getränkestand eintauschen lassen. Nur bei einer Sache sollte man sich wohl sputen: Wer das Flaschenpfand wieder eingelöst haben möchte, sollte am besten noch vor Spielende den einzigen Rückgabeort im Stadion aufsuchen. So einfach ist es nun auch wieder nicht.
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