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WM 2026: Trumps USA lassen den WM-Traum eines Schiedsrichters zerplatzen

Fußball-WM 2026

Beschämendes vom WM-Gastgeber: Somalischer Schiedsrichter darf nicht in die USA reisen

Florian Eisele
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    Schiedsrichter Omar Artan sollte als erster Somalier bei der WM teilnehmen. Daraus wird wegen der US-Behörden nichts.
    Schiedsrichter Omar Artan sollte als erster Somalier bei der WM teilnehmen. Daraus wird wegen der US-Behörden nichts. Foto: Imago, DeFodi Images

    Wahrscheinlich wird das noch eine ganze Weile so weitergehen. Und gut möglich, dass selbst während der Weltmeisterschaft noch Meldungen eintrudeln, wonach Fans, Journalisten oder sonstige Besucher mit ihrem Vorhaben gescheitert sind, in Donald Trumps USA einzureisen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten präsentiert sich als schlechter Gastgeber.

    Zuletzt machte der Fall des irakischen Stürmers Aymen Hussein Schlagzeilen. Die Einreise der Nationalmannschaft des Landes, das nach 40 Jahren wieder an einer WM-Endrunde teilnimmt, wurde für einige Teilnehmer zur Tortur – zum Beispiel für den 30-jährigen Stürmer. Hussein ist für den Irak nicht irgendjemand, sondern der Spieler, der das entscheidende Tor zur WM-Qualifikation erzielt hatte. In Chicago machte er erst einmal Bekanntschaft mit dem US-Heimatschutz. Sieben Stunden sei er am Flughafen festgehalten und befragt worden, berichtet die irakische Delegation. Dazu wurde sein Mobiltelefon untersucht. Letztlich durfte der Spieler zwar einreisen. Teamfotograf Talal Salah hatte weniger Glück. Er musste die Heimreise antreten.

    Omar Artan hatte ein gültiges Visum – das interessierte die US-Behörden wenig

    Sogar noch eine Steigerung dazu stellt der Fall des Schiedsrichters Omar Artan dar. Der 34-Jährige stammt aus Somalia. Das Land steht, anders als der Irak, auf Trumps Einreiseverbotsliste. Artan hatte aber ein gültiges Visum, als er sich auf den Weg in die USA aufmachte – schließlich zählt er zum Kreis der 52 Referees, die der Weltverband Fifa für das Turnier nominiert hatte. Artan wäre der erste Somalier bei einer WM-Endrunde gewesen. Wäre – denn am Flughafen von Miami war Endstation für ihn. Sein Visum interessierte dort niemanden, für Artan ging es zurück nach Istanbul. Artans wohl über Jahre gehegter Traum von der Weltmeisterschaft – er zerschellte an den US-Behörden. Die Fifa, deren Präsident sich sonst als intimer Freund Trumps präsentiert, bestätigte recht kleinlaut den Vorfall in Miami.

    Man kann sich trefflich darüber streiten, ob es nun wirklich eine WM mit 48 Mannschaften braucht. Fakt ist: Jeder Spieler und jeder Schiedsrichter, der für dieses Turnier nominiert wurde, hat es verdient, daran teilzunehmen. Und zu den Pflichten eines Gastgebers gehört es, die Teilnehmer an diesem Turnier willkommen zu heißen. Trumps USA bilden in dieser Hinsicht eine unrühmliche Ausnahme. Der ehemalige englische Nationalstürmer Ian Wright nannte das Turnier deswegen jetzt eine „WM des Chaos“ und weiter: „Sollen sich Gastgeber so verhalten? Ist das der Spirit des Spiels?“ Ist es nicht. Auf diese Weise zerstören die USA die WM.

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