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WM 2026: Weltmeisterschaft ist, wenn Orakel tippen

WM 2026

Weltmeisterschaft ist, wenn Orakel tippen

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    Krake Paul ist eines der bekanntesten Orakel gewesen.
    Krake Paul ist eines der bekanntesten Orakel gewesen. Foto: Roland Weihrauch, dpa

    Orakelsprüche genießen seit Jahrtausenden große Popularität. Dereinst in Delphi trieben die nach Antworten Suchenden allerdings noch andere, eher existenziellere, Fragestellungen als heutzutage um. Der arme Laios beispielsweise musste erfahren, dass ihn sein Sohn Ödipus um die Ecke bringen wird. Das fand Laios nicht erstrebenswert, weshalb er das Balg loswerden wollte. Das gelang ihm nicht letztinstanzlich, und am Ende ist griechische Mythologie einfach griechische Mythologie und es kam, wie es kommen musste.

    Mittlerweile haben Computer das Orakelwesen mehrheitlich übernommen. Sie berechnen, in welche Aktien es sich zu investieren lohnt. Wer das nächste wichtige Spiel gewinnt. Oder auch das nächste unwichtige. Quasi als Brückentechnologie zwischen Delphi und Rechner fungierten Tier-Orakel, als dessen prominentester Vertreter Paul gilt. Der Krake sagte während der WM 2010 sämtliche acht Partien richtig voraus, zu denen er befragt wurde, darunter sämtliche deutsche Spiele.

    Paul sagte acht Spiele bei der WM 2010 richtig voraus

    Paul ist tot. Die Orakelei aber musste weitergehen. Der deutsche Ökonom Joachim Klement nahm sich bereits 2014 der Sache an. Ursprünglich, um seinen Arbeitskollegen den Spiegel der Selbsterkenntnis vorzuhalten. Diese würden stets davon ausgehen, aufgrund wirtschaftlicher Parameter auch Fachfremdes prognostizieren zu können. Also erdachte sich Klement fünf Variablen, gewichtete sie und machte allerhand Mathezeug, um dann den kommenden Fußball-Weltmeister vorherzusagen. Er ging davon aus, danebenzuliegen. So einfach kann es nicht sein.

    Die Mixtur aus Bruttoinlandsprodukt, Bevölkerungsdichte, potenziellem Heimvorteil, Fifa-Weltrangliste und heimischem Klima ergab: Deutschland. Löws Mannen holten tatsächlich den Titel. Klement wiederholte den Spaß 2018 und 2022. „Ich lag richtig. Und dann lag ich wieder richtig. Und dann lag ich nochmal richtig“, sagte er gegenüber dem Magazin 11Freunde. Auf Deutschland folgten Frankreich und Argentinien.

    Nun steht die nächste Weltmeisterschaft an. Klement hat abermals den Computer gefüttert. Der kommt zu dem durchaus überraschenden Schluss, dass die Niederlande das Turnier gewinnen werden. Die Deutschen wird das Aus bereits im Achtelfinale gegen Frankreich ereilen. Natürlich aber kann es auch ganz anders kommen. Schließlich würden rund 50 Prozent der Spielausgänge vom Faktor Glück abhängen, sagt Klement. Glück, das beispielsweise dereinst der arme Laios nicht hatte.

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