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Unterschätzte Pflanze: Die majestätische Rodgersie

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Unterschätzte Pflanze: Die majestätische Rodgersie

Unterschätzte Pflanze: Die majestätische Rodgersie
Unterschätzte Pflanze: Die majestätische Rodgersie

Blatthände schieben sich aus dem Boden, erst klein, dann immer majestätischer, bis sie einen Durchmesser von 40 bis 50 Zentimeter haben. Das wirkt so, als seien riesige Kastanienblätter oder überdimensionales Laub vom Wilden Wein zur Erde gesegelt.

Rodgersien sind keine alltäglichen Gartenpflanzen. Vielleicht fehlt es ihnen ein wenig an Lieblichkeit. Oder sie machen einfach zur Pflanzzeit im Frühjahr noch zu wenig her. Wer sich aber zum Kauf verlocken lässt, der erwirbt eine echte "Gartenpersönlichkeit". 60 bis 100 Zentimeter ragen die Blätter auf, lassen einen breiten, ausladenden Busch entstehen, der Ruhe und Klarheit ausstrahlt. Stehen dann noch die Blütenstände darüber, die bei einigen Sorten bis zwei Meter hoch aufragen, dann werden sie zum markanten Gartenelement.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Rodgersia podophylla in Ostasien als erste der Gattung entdeckt und nach Admiral John Rodgers, dem Kommandeur der damaligen Expedition benannt. Ihre handförmigen, fünf- bis siebenteiligen Blätter laufen in spitzen Zacken aus. Mächtig und dank der vielen winzigen Blüten doch filigran stehen die cremeweißen Blütenstände darüber. Im Herbst verabschiedet sie sich mit glühend roter Blattfärbung. Danach warten die trockenen Blütenstängel auf Schneehäubchen und Raureif und geben dem winterlichen Garten Struktur. Bei Rodgersia aeculifolia ist das ähnlich. Ihr Laub erinnert aber deutlich an Kastanienblätter, während Rodgersia pinnata und Rodgersia sambucifolia gefiederte Blätter besitzen.

So groß die Sortenvielfalt auch ist und wie sehr die Züchtung die Rodgersien auch verändert haben mag, die Ansprüche an den Standort sind immer noch die gleichen wie in der Natur. In Japan, China und Korea wachsen sie entlang von Bachläufen und Gewässern. Dort gibt es tiefgründige, nährstoffreiche Böden, die immer eine hohe Bodenfeuchtigkeit besitzen. Meist wachsen dort auch Gehölze, die Schatten spenden.

Schattige bis lichtschattige Plätze in humosem Boden bekommen ihnen daher auch im Garten am besten. Teich- und Gewässerränder sind klimatisch wie optisch ideale Standorte. Aber auch am Rand von Gehölzen machen sie sich gut. Ist der Boden hinreichend feucht, halten sie es dort auch an sonnigeren Plätzen aus.

So versorgt sind Rodgersien ausgesprochen langlebige Gartenbewohner, die keinen Ärger machen durch Schädlinge und Krankheiten. Nur längere Trockenheit mögen sie nicht. Dann fallen die Blätter dramatisch zusammen. Zwar erholen sie sich nach ausreichendem Gießen wieder. Aber meist erinnert dann ein hässlicher trockener Blattrand dauerhaft an die Stressphase. Außerdem können sie unter Spätfrösten leiden, die vor allem den Blütenanlagen zusetzen.

In gefährdeten Lagen ist daher ein geschützter Standort genauso wichtig wie die Wahl von spät blühenden Sorten. 'Kupfermond' und die kräftig rotblühende Sorte 'Roter Kaiser' bieten sich dafür an. Denn Rodgersien ohne die stattlichen und doch so graziösen Blütenstände - das wäre doch nur das halbe Vergnügen.

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