Die Krankenkasse stellte bei der Auswertung von Versichertendaten aus dem Vorjahr zudem fest, dass die Krankenpflege des Nachwuchses meist den Müttern obliegt - während die Väter weiter arbeiten.
Im Bundesdurchschnitt erhielten 41 von 1000 TK-Mitgliedern mindestens einmal Kinderkrankengeld als Lohnersatz, um ihren erkrankten Nachwuchs zu umsorgen. Die regionalen Unterschiede waren erheblich: Während die Leistung in Bayern und Baden-Württemberg je 22 von 1000 Versicherten in Anspruch nahmen, waren es beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern 158 und in Sachsen-Anhalt 145. Nach Einschätzung der Krankenkasse ist diese Differenz in den "verschiedenen Lebenswelten" der Menschen in Ost und West begründet. So sind Frauen im Osten häufiger berufstätig.
Überall gilt indes: Männer fehlen erheblich seltener als Frauen aufgrund der Krankheit ihres Kindes am Arbeitsplatz. Lediglich ein Fünftel der kranken Mädchen und Jungen wurde im Bundesdurchschnitt vom Vater zu Hause betreut. Die niedrigste Quote gab es mit 18 Prozent in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt lag mit 22 Prozent genau im Bundesdurchschnitt. Die höchste Männerquote registrierte die TK mit 26 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.
Als möglichen Grund sieht der Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Jens Hennicke, weniger eine traditionelle Rollenverteilung, sondern finanzielle Erwägungen. Da sich die Höhe des Kinderkrankengeldes am Einkommen orientiere und Männer oft mehr verdienten als Frauen, blieben diese bei Krankheit des Nachwuchses häufiger zu Hause. Der Verdienstausfall sei so kleiner.
Für die Studie wertete die Kasse bundesweit mehr als 167 000 Fälle aus, in denen sie ihren Versicherten Kinderkrankengeld erstattete.