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Aus der FCA-Historie: Hans Lang: Augsburgs erster Nationalspieler

Aus der FCA-Historie

Hans Lang: Augsburgs erster Nationalspieler

Dieses Bild stammt vermutlich aus dem Jahr 1916, als Hans Lang (links) wohl sein erstes Spiel für den BCA absolvierte.
Dieses Bild stammt vermutlich aus dem Jahr 1916, als Hans Lang (links) wohl sein erstes Spiel für den BCA absolvierte. Foto: BCA-Archiv

Wie es sich genau zutrug, dass Hans Lang beim Hamburger SV landete, darüber gibt es verschiedene Versionen, wie Robert Deininger im Buch „75 Jahre FCA“ berichtet. Seiner Frau Käthe zufolge wollte er nach Brasilien auswandern und kam lediglich nach Hamburg, um sich nach Rio einzuschiffen. Davon bekamen die Verantwortlichen des HSV Wind und konnten ihn überzeugen, fortan im Trikot mit der Raute aufzulaufen. Langs Bruder Willi dagegen berichtete, dass die Norddeutschen ihn gezielt von der SpVgg Fürth abgeworben hätten, wo der Außenläufer zum Nationalspieler avanciert war.

Hans Lang: Ein Bäckerssohn aus Oberhausen

Aber der Reihe nach. Hans Lang stammt mitten aus Oberhausen, in der Brandnerstraße lag die Bäckerei und Konditorei seines Vaters. Es war eine sportliche Familie, in die Hans 1899 als ältester Sohn hineingeboren wurde. Etliche Jahre spielt er für den Verein, der sich 1921 als BC Augsburg selbstständig machte. Ein Jahr zuvor waren die Fußballer erstmals in die Bezirksliga Bayern und damit in die höchste Spielklasse aufgestiegen. Hans Lang hatte großen Anteil an dem Erfolg.

Nach dem Abstieg konnte der BCA Lang nicht mehr zu halten. Die Fürther waren auf ihn aufmerksam geworden, im Rahmen eines Auswahlspiels hatte deren Torwart Lohrmann ihm stundenlang einen Wechsel schmackhaft gemacht. Der fränkische Fußball galt damals das Nonplusultra, verständlich, dass ein Talent wie Lang nach Höherem strebte.

Neunfacher Nationalspieler: BCA-Legende Hans Lang

Am Ronhof wurde der Offensivspieler erstmals in die Nationalelf berufen: Seine Premiere am 26. März beim 2:2 gegen die Schweiz bedeutete den ersten Einsatz eines gebürtigen Augsburgers in der DFB-Mannschaft. Weitere neun Partien sollten bis 1926 folgen.

Ob sein „Ich gehe nach Südamerika“ nun ehrlich gemeint war oder lediglich seinen Wechsel an die Alster kaschieren sollte – wer weiß. Sportlich folgten jedenfalls seine erfolgreichsten Jahre. Am Ende seiner ersten Saison im HSV-Dress stand er im Finale um den deutschen Titel, das die Hamburger mit 0:2 gegen den Nürnberger Klub verloren.

Erster gebürtiger Augsburger im Nationaldress: Hans Lang.
Erster gebürtiger Augsburger im Nationaldress: Hans Lang.

Es dauerte bis 1928, ehe er die Meisterschaft feiern konnte. Die Schwarz-Weiß-Blauen nutzten beim Endspiel ihren Heimvorteil im Stadion von Altona und besiegten die Berliner Hertha klar mit 5:2.

Hans Lang: Nationalspieler, Konditor und Trainer

Als Dank für seine Leistungen verhalfen die Vereinsoberen dem Augsburger zu einer gut gehenden Konditorei in bester Lage. Zu Beginn der 1930er-Jahre klang Langs Karriere langsam aus, er legte später die Fußballlehrprüfung ab und führte 1937 den Hamburger SV als Trainer in die Meisterschaftsendrunde.

Schon im Ersten Weltkrieg war Hans Lang Soldat gewesen, wurde 1916 eingezogen und kehrte erst 1920 nach französischer Kriegsgefangenschaft zurück. Knapp zwei Jahrzehnte später musste er abermals in den Krieg ziehen. Er wurde als Oberfeldwebel auf einem Fliegerhorst im norddänischen Aalborg eingesetzt. Dort starb er im April 1943 erst 44-jährig an den Folgen eines Herzanfalls.

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