Viele Outdoor-Begeisterte im Allgäu zieht es am 31. Dezember in die Berge. Ob Skitour, Wanderung oder Lift - das neue Jahr hoch oben in den Allgäuer Alpen einzuläuten hat Charme. Gleichzeitig gibt es in der alpinen Natur viele seltene Tierarten und Ökosysteme. Deshalb stehen große Flächen im Allgäuer Alpenraum unter besonderem Schutz der Behörden. Worauf ist zu achten, wenn man Silvester in den Bergen verbringen will?
Müll hinterlassen am Berg: Wie hoch sind die Strafen und wer muss es aufräumen?
Jeder Bergsteiger, jede Skitourengeherin, jeder Liftgast ist in den Bergen selbst dafür verantwortlich, in der alpinen Natur keinen Müll zu hinterlassen. Das macht Franziska Springer, Sprecherin des Landratsamtes Oberallgäu deutlich. Laut dem sogenannten Kreislaufwirtschaftsgesetz dürften Abfälle nur in den dafür vorgesehenen Anlagen beseitigt werden. Wer Silvester in den Bergen verbringt und sich abseits der erschlossenen Wege aufhält, sollte seinen Müll - etwa in einer Tüte - wieder mit nach Hause nehmen und dort ordnungsgemäß entsorgen.
Wer erwischt wird, wie er seinen Müll in der geschützten Alpennatur hinterlässt, muss laut Bußgeldkatalog Umweltschutz (Bayern) bei kleinen Mengen mit Bußgeldern von bis zu 320 Euro rechnen. Bei "größeren Mengen an Abfällen steigt der Bußgeldrahmen deutlich", sagt Springer.
Nehmen Silvester-Gäste in den Alpen ihren Müll nicht wieder mit ins Tal, "ist häufig der Grundstückseigentümer oder Bewirtschafter der Leidtragende, der die Abfälle einsammeln und entsorgen muss", sagt Springer. Vor diesem Hintergrund hebt Springer den besonderen Wert von Müllsammelaktionen in den Bergen hervor, an denen sich regelmäßig Schüler, Vereine und Firmen beteiligen.
Böllern am Berg: Sind an Silvester Feuerwerke in den Allgäuer Alpen erlaubt?
Wer vorhat, in der Silvesternacht Feuerwerkskörper, Raketen oder Böller mit auf seine Bergtour zu nehmen, sollte berücksichtigen, "dass die meisten Tierarten in den Dämmerungs- und Nachtstunden extrem störungsempfindlich sind". Es ist zudem per Gesetz verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen. Heißt: Wer 2023 auf einem Berg einläuten will, muss wohl auf ein Feuerwerk zum Jahreswechsel verzichten.
Das betrifft laut Landratsamt-Sprecherin Springer nicht nur Privatpersonen: "Professionelle Feuerwerke werden in den Bergen grundsätzlich nicht zugelassen. Soweit hierzu Anträge eingehen sind diese nur zulässig, wenn eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung zum Ergebnis kommt, dass keine Störung vorliegt."
Zudem kann durch den Einsatz von Feuerwerkskörpern in den Bergen auch Brandgefahr bestehen, sofern Gras und Bäume trocken sind - bei Regen und Schnee besteht diese laut Naturschutzbehörde in der Regel nicht. Die Berge sind zudem nicht die einzigen Gebiete, in denen im Allgäu 2022 nicht mehr geschossen werden darf: Im Oberallgäu und in Kaufbeuren hat die Stadt bereits Zonen für Feuerwerksverbote ausgewiesen.
Schutz von Tieren, Pflanzen und Natur: Welche Gebiete besonders streng geschützt sind
Nun stehen in den Allgäuer Alpen manche Gebiete unter strengerem Schutz als andere. In Naturschutzgebieten wie dem der "Allgäuer Hochalpen" dient die Einordnung dazu, die große Zahl an seltenen, gefährdeten und schutzbedürftigen Tierarten zu schützen. Auch sollen durch den Schutzstatus und den daraus folgenden Bemühungen "Störungen von den Tieren ferngehalten" werden.
Die Verordnung über das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen vom 16. Januar 1992 besagt außerdem, "Tiere an ihren Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtsstätten nicht durch Aufsuchen, Ton- und Lichtbildaufnahmen oder ähnlichen Handlungen zu stören". Unter die ähnlichen Handlungen fällt laut Landratsamt auch das Zünden von Feuerwerkskörpern.