Mit der Veranstaltung wollte der Geschichtlich-Volkskundliche Verein noch einmal eine alte Tradition aufleben lassen. "Früher ist beim Johannimarkt in Kloster Holzen getanzt worden", erklärt der Vereinsvorsitzende Dr. Stephan Bachter, "die Mehlprimeln und die Thürlesberger Tanzlmusi haben hier gerne gespielt und gesungen." Beide Gruppierungen waren daher auch diesmal mit dabei.
Walzer, Polka und Zwiefacher, aber auch der "Sautanz", der "lustige Kreis" oder der "Klapptanz" standen auf dem Programm der Thürlesberger. Die Vortänzer Maria und Roland Burlefinger erklärten die Tanzschritte, sodass jeder, der wollte, mitmachen konnte. "Das Schöne am Volkstanz ist ja, dass hier auch ungeübte Tänzer viel Spaß haben", meint Mitorganisatorin und Volksmusikexpertin Dr. Claudia Preis.
Mehlprimeln unterhalten im orientalischen Zelt
In einem neben der Tanzfläche errichteten geräumigen orientalischen Zelt unterhielten die Mehlprimeln in den Tanzpausen das Publikum mit eigenen Liedern und instrumentaler Musik, aber auch mit russischen Balladen und Liedern des schwedischen Nationaldichters Carl Michael Belman. Auch der bayerische Liedermacher Otto Göttler, der eigentlich als Tanzgast zu der Veranstaltung gekommen war, ließ es sich nicht nehmen, hier einige seiner bissigen Lieder vorzutragen. Für seinen spontanen Auftritt erntete der Musiker, der mit dem "Bayerisch-Diatonischen Jodelwahnsinn" bekannt geworden ist, viel Applaus.
Die Lieder bei Kerzenschein im Zelt und der Tanz unter freiem Himmel erzeugten eine Stimmung, bei der sogar erfahrene Volkstänzer ins Schwärmen gerieten. Einen so schönen Volkstanz habe es schon sehr lange nicht mehr gegeben, meinte etwa einer der Teilnehmer. Ihr Glück mit dem Wetter blieb den Veranstaltern des Markttanzes auch am zweiten Tag treu, als die Thürlesberger Tanzlmusi noch einmal zum Frühschoppen aufspielte. (drsb)