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Buttenwiesen: Ein „himmlisches“ Kulturprogramm in Buttenwiesen

Buttenwiesen

Ein „himmlisches“ Kulturprogramm in Buttenwiesen

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    Am Wochenende findet in Buttenwiesen der zweite Themensonntag der Veranstaltungsreihe „Jüdisches Erbe entdecken – Vielfalt leben“ statt. Unser Bild zeigt den jüdischen Friedhof, die Mikwe (rechts) und die Synagoge (links). In einer Podiumsdiskussion wird es um Entwicklungsperspektiven für dieses Ensemble gehen.
    Am Wochenende findet in Buttenwiesen der zweite Themensonntag der Veranstaltungsreihe „Jüdisches Erbe entdecken – Vielfalt leben“ statt. Unser Bild zeigt den jüdischen Friedhof, die Mikwe (rechts) und die Synagoge (links). In einer Podiumsdiskussion wird es um Entwicklungsperspektiven für dieses Ensemble gehen.

    Unter dem Motto „Eine Pforte des Himmels – mitten im Ort“ findet am Wochenende der zweite Themensonntag der Veranstaltungsreihe „Jüdisches Erbe entdecken – Vielfalt leben“ statt.

    Synagoge Die ehemalige Synagoge am Louis-Lamm-Platz öffnet ihre Pforte für Besucher: Um 14 und um 15 Uhr werden 30-minütige Themenführungen angeboten, außerdem macht Kulturreferent Johannes Baur um 14 Uhr extra eine Führung für Kinder. Vieles wurde wieder sichtbar gemacht, vieles kann man zeigen, aber es gibt immer noch unerschlossene Geheimnisse, die in den Führungen zumindest angedeutet werden.

    Es geht um das bittere Ende des jüdischen Lebens in Buttenwiesen

    Es geht – natürlich – um die Geschichte der Synagoge, aber auch um das bittere Ende der jüdischen Gemeinde und des jüdischen Lebens in Buttenwiesen durch die Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden in der NS-Zeit und die Verdrängung der NS-Vergangenheit in der Nachkriegszeit.

    Louis-Lamm-Platz Auch auf dem Louis-Lamm-Platz kann man sich über die Synagoge informieren. Wie schon am ersten Themensonntag, ist eine Bauzaun-Ausstellung zum aktuellen Thema aufgebaut. Eine weitere Ausstellung befindet sich im Gebäude: der „Raum für das Thema“.

    Premiere eines Films Das Programm vor Ort wird abgerundet durch die Premiere des Dokumentarfilms „Eine Pforte des Himmels – mitten im Ort“, der von Daniel Reichenberger und Johannes Haider anlässlich dieser Veranstaltung zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gedreht wurde. Ab 14 Uhr läuft er jede halbe Stunde; der letzte Start ist um 15.30 Uhr. In engem Zusammenhang mit der Geschichte der Synagoge zeigt der Kurzfilm das gute Neben- und Miteinander von jüdischer und christlicher Gemeinde in der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auf.

    Zehentstadel Aber auch im Pfaffenhofener Zehentstadel ist am Sonntagnachmittag einiges geboten: Von 14.30 bis 16.30 Uhr ist die Wanderausstellung „Ma Tovu … – Wie schön sind deine Zelte, Jakob…“ geöffnet. Der Eintritt ist frei, und es ist keine Voranmeldung erforderlich. Am Beispiel von fünfzehn schwäbischen Orten wird die Entwicklung der Synagogenarchitektur von der Frühen Neuzeit bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet – von der frühen Betstube und Haussynagoge über repräsentative Bauwerke des Barock und neomaurische Bauten des 19. Jahrhunderts bis hin zu den modernen Synagogen in den Städten. Die Ausstellung geht auch auf die Zäsur des Novemberpogroms 1938 ein und zeigt, wie nach dem Ende des Nationalsozialismus mit den nun „leeren“ Synagogen und übrig gebliebenen jüdischen Kulturzeugnissen umgegangen wurde.

    Podiumsdiskussion Über den künftigen Umgang mit der Synagoge in Buttenwiesen, die momentan nur eingeschränkt nutzbar ist, wird im Zehentstadel als Höhepunkt und Abschluss des Themensonntags von 16.30 bis 18 Uhr ein Podiumsgespräch durchgeführt. Sachkundige Referenten befassen sich mit dem Thema: „Künftig wieder ein lebendiges Zentrum der Gemeinde? Entwicklungsperspektiven des jüdischen Ensembles“.

    Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des jüdischen Ensembles in Buttenwiesen

    Wolfgang Lorenz und Professor Johannes Geisenhof stellen Ergebnisse der Bauforschung in der Synagoge und erste Resultate der Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des jüdischen Ensembles vor. Erfahrungsberichte von gelungenen Sanierungs- und Rekonstruktionsbeispielen zeigen, wie an anderen Orten vergleichbare Aufgaben gelöst wurden. Christian Herrmann vom Förderkreis der Synagoge Fellheim berichtet von der Sichtbarmachung der Fellheimer Synagoge, Stadtarchivarin Johanna Fuchs stellt die Rekonstruktion der Synagoge Bopfingen-Oberdorf vor und Sybille Krafft umreißt die Entwicklung des Badehauses Wolfratshausen-Waldram zum Erinnerungsort. An der abschließenden Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Hans Kaltner nimmt neben den Referenten auch Alice Klaasen von der Landesstelle für die nicht-staatlichen Museen in Bayern teil. Moderiert wird die Veranstaltung vom Beauftragten der Gemeinde Buttenwiesen für jüdisches Erbe und Erinnerungskultur, Bernhard Hof.

    Musik Die musikalischen Atempausen gestalten – einstudiert von der Schlagzeuglehrerin Dunja Lettner – Schüler der Musikschule Wertingen. Neben drei Soli stellt das Trio „JoPaSt“ (Jonathan Carter, Stefan Gebauer und Paul Steinhagen) Stücke aus seinem Wettbewerbsprogramm für „Jugend musiziert“ vor.

    Reservierung Für die Führungen in der Synagoge und das Podiumsgespräch im Zehentstadel ist eine Reservierung auf www.lernort-buttenwiesen.de erforderlich, Restplätze werden vor Ort vergeben. Bei der Reservierung einer Führung sind auch die Ausstellung in der Synagoge und die Filmvorführung inkludiert, sodass keine Wartezeiten entstehen. Ein „Tourguide-System“ ermöglicht die Einhaltung des nötigen Mindestabstands. Die gesetzlichen Vorgaben besagen, dass in den Innenräumen und im Ausstellungsbereich rund um die Synagoge Maskenpflicht herrscht. Außerdem ist eine namentliche Erfassung bei allen Veranstaltungen beziehungsweise Ausstellungsbesuchen erforderlich, die durch eine Vorabreservierung am einfachsten zu bewerkstelligen ist. Aber auch spontan entschlossene Besucher sind herzlich willkommen.

    Weitere Informationen Das ausführliche Programm und weitere Informationen finden sich auf der oben genannten Website sowie in den sozialen Netzwerken Instagram (https://www.instagram.com/lernort_buttenwiesen/) bzw. Facebook (https://www.facebook.com/lernort.buttenwiesen) (pm)

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