Kater Baby ist ein Schmuser, er legt die Pfötchen um den Hals von Daniel Rotter und schmiegt seinen Kopf an dessen Kinn. Kater Baby geht es sichtbar gut, sein Fell glänzt und er ist wohlgenährt. Baby und weitere dreizehn seiner Art sind nur einige der insgesamt knapp 90 Tiere und rund 100 Tauben und Hühner, die auf dem Gnadenhof von Daniel und Peter Rotter in Possenried Unterschlupf fanden.
Sie alle wurden von den Tierfreunden aufgenommen, tierärztlich versorgt und erhalten seitdem regelmäßig Futter, Pflege und die nötige Zuwendung. Fast jedes Tier hat einen Namen, die Daniel und Peter Rotter alle kennen. Und zu jedem Tier gehört eine Geschichte. Zum Beispiel vom schwarz-weiß gefleckten Teufelchen, einer Katze, die in Altöl ertränkt werden sollte: „Wir mussten sie erst einmal sauber bekommen von dem schmierigen Zeug, sie ist ihrem Peiniger ganz offensichtlich entkommen“, sagt Peter Rotter.
Die Betreiber kommen auf ein Problem zu sprechen, welches ihnen unter den Nägeln brennt: der Unterhalt des Gnadenhofs. Erst Ende 2011 erwarben sie die Anlage in Possenried. Doch das Gelände, die Scheune und Gebäude des Gnadenhofs müssen renoviert und hergerichtet werden. Peter und Daniel Rotter vertrauen darauf, dass der Vorbesitzer vom Possenrieder Grundstück bald seine Zusage wahr macht, den Verkaufspreis mit einer Spende in Höhe von zehntausend Euro für die Reparatur des Dachs zu mindern. „Wir brauchen für viele Arbeiten viele Helfer“, sagen sie. Und: „Wir freuen uns über jeden Cent, der gespendet wird“, so Peter Rotter.
Der Gnadenhof darf auch besucht werden, jedoch schränken die beiden im Interesse der Tiere ein: „Um nicht zu viel Unruhe aufkommen zu lassen, wären wir froh, wenn sich die Menschen an unsere Besuchszeiten halten würden.“ Für Schulklassen werden auch Führungen nach Vereinbarung angeboten.