Ein altes Thema ist in Buttenwiesen wieder aktuell – die Gestaltung der Plätze im Ortskern. Weil die Ortsdurchfahrt (Staatsstraße 2027) saniert werden soll, ist es notwendig, die an der Straße liegenden Plätze – Schulplatz, Marktplatz, Rathausplatz – in das Konzept einzubeziehen. Bürgermeister Hans Kaltner berichtete in der Gemeinderatssitzung am Montagabend, dass deshalb dafür schon einmal Planentwürfe von mehreren Architekturbüros eingeholt wurden. Kaltner stellte die Entwürfe für die Platzgestaltungen kurz vor – Sinn war es nicht, sich schon für Planungsdetails zu entscheiden, sondern unter fünf Architektenbüros eines für die konkrete Planung auszuwählen. Das ist notwendig, um später Zuschüsse aus der Städtebauförderung zu bekommen.
Kaltner erklärte, dass es im Grunde um ein einheitliches Ortsbild gehe – die öffentlichen Flächen sollen in den Straßenumbau eingeschlossen sein, die Pläne dafür bereitliegen. Obwohl es sich nur um Planentwürfe handelt, ging dies dem Gemeinderat zu schnell – die Räte wollten und konnten sich nicht für ein Architektenbüro entscheiden. Vielmehr war es ihnen wichtig, die Platzgestaltung noch einmal von vorne aufzurollen, zumal der Gemeinderat sich schon vor Jahren damit beschäftigt hatte und Pläne zum Beispiel für den Friedensplatz vor dem Friedhof oder für den Marktplatz in der Schublade liegen. Gemeinderat Manfred Hartl erinnerte an die „Kümmerergruppe“, die eigens dafür eingesetzt war, bei der künftigen Platzgestaltung mitzuwirken. „Da wurden gemeinsam Ideen entwickelt, die wir einbeziehen sollten“, meinte Hartl. Auch Albert Stöckinger, Karl-Heinz Rathgeb und Thomas Seefried warfen ein, dass die Arbeiten zum Thema aus den Vorjahren aufgegriffen werden sollten.
Klar war den Gemeinderäten dabei, dass sich die Ausgangssituation inzwischen verändert hat und es neue Entwicklungen gibt. Dennoch könne man die früheren Gedanken einbringen. Dabei geht es um Grundsatzfragen, etwa darum, ob das alte Kino nun tatsächlich abgebrochen werden und ein Bürgerhaus auf dem von der Gemeinde gekauften Neuner-Grundstück gebaut werden soll. Eine Möglichkeit ist auch, auf das Bürgerhaus ganz zu verzichten und öffentliche Veranstaltungen in die Synagoge oder den „Kaisersaal“ in den ehemaligen Ratsstuben zu verlegen.
Gemeinderat Josef Hofer brachte es letztlich auf den Punkt: „Bevor wir Planungen vergeben, müssen wir genau wissen, was wir wollen.“ Damit traf er die allgemeine Stimmung im Rat, der sich auf Vorschlag von Hartl und Stöckinger dazu entschloss, die Platzgestaltungen nochmals im Rahmen einer Klausurtagung zu besprechen.
Bürgermeister Kaltner machte dem Gemeinderat nochmal klar, dass es ihm ein Anliegen ist, die Straßen- und Platzgestaltung gemeinsam zu entwickeln. Kaltner schloss sich letztlich der Meinung des Rats an: „Wir müssen das Ganze nochmals neu denken.“