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Wertingen: Trotz Wind und Wetter ziehen Hartgesottene ihre Bahnen

Wertingen

Trotz Wind und Wetter ziehen Hartgesottene ihre Bahnen

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    Der Wertinger Ulrich Stadler zieht am Vormittag unter grauen Wolken allein seine Bahnen im Freibad auf dem Judenberg. Doch er ist nicht der Einzige, der sich bei schlechter Witterung ins kühle Nass traut.
    Der Wertinger Ulrich Stadler zieht am Vormittag unter grauen Wolken allein seine Bahnen im Freibad auf dem Judenberg. Doch er ist nicht der Einzige, der sich bei schlechter Witterung ins kühle Nass traut. Foto: Dominik Bunk

    Am Himmel hängt eine graue Wolkendecke. Bei rund 15 Grad erfriert zwar niemand, doch stellen sich wohl die meisten Menschen etwas anderes unter idealem Badewetter vor. Am Kiosk des Wertinger Freibads sind die Stühle an die Tische angelehnt. Vom Regen ist auch außerhalb der Becken noch alles nass. Trotzdem ziehen im Wasser vereinzelt Gäste ihre Bahnen.

    Einer davon ist Ulrich Stadler. Er kommt „nur zum Schwimmen“. An der Einrichtung schätzt er sehr, dass sich alle Mitarbeiter große Mühe beim Betrieb geben. „Es ist ein schönes Freibad“, sagt der Wertinger. Deshalb kommt er jeden Tag her, um sein Schwimmpensum zu erfüllen. „Außer ein Mal, da war ich im Urlaub“, sagt er. Seine Gründe kann er klar benennen: „Sport und Spaß.“ Auch eine Dame aus Lauterbach, die ihren Namen nicht nennen möchte, schwimmt fröhlich im kühlen Nass auf und ab. Ihre Freundin ist kurz zuvor gegangen. „Wir machen das, weil es uns guttut“, sagt sie. Sowohl die Bewegung, als auch der Wohlfühlfaktor sei hoch. Bei schönem Wetter trinke sie mit ihren Freundinnen auch oft noch einen Kaffee. Ins Lauterbacher Freibad kann sie an dem Tag nicht, obwohl es für sie ein weitaus kürzerer Weg wäre. Denn das blieb für diesen Sommer geschlossen.

    Das Wertinger Freibad besitzt eine Besonderheit

    Laut Bademeister Oliver Schwarz ist es eine Besonderheit in Wertingen, dass fast immer morgens aufgesperrt wird. „Es gibt viele Freibäder, die machen bei dem Wetter gar nicht auf“, sagt er. Nur bei Gewittern müssten die Gäste definitiv draußen bleibe – allein dieses Jahr hat auf dem Judenberg schon drei Mal der Blitz eingeschlagen. „Das merke ich immer, wenn bei uns die komplette Technik ausfällt“, sagt Schwarz.

    Den Besuchern soll das Baden durch die Heizung des Beckens fast immer ermöglicht werden. Auch an diesem Tag hat das Wasser 24 Grad, bietet also mehr Wohlfühlfaktor als die Lufttemperatur. Die Stammgäste kommen zwar bei jedem Wetter, aber über den Tag verteilt. Deswegen ist es auch stellenweise komplett leer, so der Bademeister. Die „richtig Harten“, die wirklich bei jedem Wetter kommen, seien ungefähr dreißig Leute. Denen mache auch Regen oder Wind nichts aus.

    Die Putzfrau hat schon viele Gäste gesehen

    „Putzfrau Uschi“, die nur so genannt werden will, ist gerade dabei, die Pflanzen zu schneiden. Das würde eigentlich der Bauhof machen, sagt sie, aber wenn fast keine Gäste da sind, könne das auch von ihr erledigt werden. Auch sie kennt die Badegäste, denen das Wetter egal ist. „Die kommen jeden Tag, auch wenn es regnet.“ Es mache ihnen sichtlich Spaß. Auch die Gewohnheit trage ihrer Meinung nach dazu bei, trotz grauer Wolken ins Freibad zu gehen. „Das gehört zum Sommer einfach dazu“, sagt sie. Doch das Wetter machte es auch dem Wertinger Freibad dieses Jahr nicht leicht. Verhältnismäßig wenige Tage mit typischem Badewetter waren dabei, bestätigt Bademeister Oliver Schwarz. Diese Woche soll es laut Wetterbericht noch einmal etwas freundlicher werden. Vielleicht die letzte Chance für Badewillige, denn in Wertingen ist die Saison am 12. September vorbei.

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