Es ist offensichtlich: Der Grünen-Bashing-Kurs der Bayerischen CSU und der Freien Wähler stößt in eigenen Reihen auf Kritik. In einer Pressemitteilung berichtet der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen Wertingen-Zusamaltheim, dass sich diese Strategie, die vor allem der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und der Landesvorsitzende der Freien Wähler, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, betreiben, auch auf kommunaler Ebene auswirkt.
Wie die Orts-Grünen berichten, seien sie derzeit mit ihrem parteilosen Bürgermeisterkandidaten Bernhard Uhl auf Wahlkampf-Tour. Dabei müssten sie sich immer wieder bösartige Kommentare anhören, „die jeglicher Grundlage entbehren und an Stammtisch-Parolen, die Söder und Aiwanger unermüdlich verbreiten würden, erinnern“, so die Verantwortlichen der Grünen.
Als positiv empfindet der grüne Ortsverband mit den Sprechern Hertha Stauch und Peter Hurler an der Spitze hingegen einen Gegenkurs, den innerhalb der bayerischen CSU nun die ehemaligen Minister Horst Seehofer und Erwin Huber einschlagen. Die Botschaft durchdringt bereits die bundesdeutsche Presse und Social Media auf allen Kanälen: Huber und Seehofer fordern, „das serielle Bashing der Grünen“ einzustellen „und die Tür zum Zusammenwirken der demokratischen Parteien zu öffnen“. Die Gefahr von rechts sei so groß, dass die demokratische Mitte offen sein müsse für Bündnisse.
Die Grünen aus Wertingen müssen sich bösartige Kommentare anhören
Diese Botschaft hört der grüne Ortsverband nur „zu gern“, wie Hertha Stauch und Peter Hurler berichten. Denn auf kommunaler Ebene – im Stadtrat Wertingen – würden die Grünen sachbezogen und übergreifend mit allen Fraktionen problemlos zusammenarbeiten.
Ein aktuelles Beispiel für pragmatische, parteiübergreifende Zusammenarbeit sei die bevorstehende Nominierung von Bernhard Uhl zum Bürgermeisterkandidat der Grünen in Wertingen. Der Ortsverband und der bisherige CSU-Bürgermeister aus Zusmarshausen seien eine Partnerschaft eingegangen, die sich bisher bestens bewährt habe und den Wählerinnen und Wählern in Wertingen eine weitere Perspektive eröffne. Auch der grüne Kreisverband unterstützt die Kandidatur des parteilosen Kandidaten Uhl, weil gemeinsame Ziele im Mittelpunkt stehen.
Bernhard Uhl ist derzeit noch CSU-Bürgermeister in Zusmarshausen
„Für Wertingen sehen wir darin die beste Möglichkeit, eine zukunftsorientierte, sachliche und verbindende Kommunalpolitik zu gestalten,“ sagt Kreisvorsitzender Constantin Jahn. „Nach sorgfältiger Abwägung und in engem Austausch mit dem Ortsverband Wertingen stehen wir geschlossen hinter dieser Entscheidung,“ so Jahn. (AZ)
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren