Bei strahlendem Frühlingswetter bot die Hegeschau der Kreisjägervereinigung Dillingen weit mehr als nur den gesetzlich vorgeschriebenen Nachweis der ordnungsgemäßen Hege. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher – darunter auch viele Nichtjäger – nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über Artenschutz, Jagd und Natur zu informieren. Begleitet von den traditionellen Klängen der drei KJV-Jagdhornbläsergruppen, Vorführungen von Greifvögeln und regionalen Wildspezialitäten, demonstrierte die Jägerschaft eindrucksvoll ihre Verankerung in der Region.
Am Nachmittag folgte die Generalversammlung, bei der das KJV-Vorstandsduo Andreas Brandl und Stefan Betz eine Reihe hochkarätiger Ehrengäste begrüßen durfte. Zu den namhaften Vertretern aus Politik, Behörden und Forst zählten unter anderem der stellvertretende Dillinger Bürgermeister Karl Schneider, Eva Birkholz als stellvertretende Leiterin des AELF Wertingen und Ulrich Winter, Leiter der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes Dillingen. Die Botschaft des Tages, die sich wie ein roter Faden durch die Grußworte zog, war eindeutig: Jagd, Landwirtschaft und Forst müssen Hand in Hand arbeiten.
Landrat Müller hebt die Jagdschule hervor
Der Landtagsabgeordnete Anton Rittel lobte das neue Bayerische Jagdgesetz sowie die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht ausdrücklich. Klaus Beyrer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, dankte besonders für die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Kitzrettung per Drohne. Wertingens Zweite Bürgermeisterin Christiane Grandé würdigte den unverzichtbaren Beitrag der Jäger zu Naturschutz und gesundem Wildbestand. Landrat Markus Müller berichtete Müller voller Stolz von einem besonderen Neuzugang: Der Kreisjägervereinigung steht für Schulungszwecke nun das Präparat eines Seeadlers zur Verfügung. Er erzählte die kuriose Geschichte von zwei rivalisierenden Seeadlern, die vor zwei Jahren in einem heimischen Revier abgestürzt waren. Nach strengen toxikologischen Untersuchungen in Berlin wurde einer dieser bestuntersuchten Vögel Bayerns nun präpariert und feierlich an die Jägerschaft übergeben.
Diana Merkle wirbt für Zusammenhalt in der Jägerschaft
Die Bayerische Jagdkönigin Diana Merkle warb in ihrem Grußwort leidenschaftlich für ein starkes Miteinander in der Jägerschaft. Eine besondere Premiere erlebte die Versammlung durch den Besuch von Hubert Stärker. Nur einen Tag nach seiner Wahl zum neuen Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) absolvierte er in Wertingen seinen ersten offiziellen Auftritt.
KJV-Vorsitzender Andreas Brandl sicherte dem neuen Präsidium Loyalität zu, nutzte die Gelegenheit aber für einen eindringlichen Appell in Richtung München: Er forderte, dass der BJV wieder geschlossen auftreten müsse. Nur wenn die rund 50.000 Mitglieder des Bayerischen Jagdverbandes wieder mit einer Stimme sprächen, könne man die Belange der Jagd der Bevölkerung und der Politik erfolgreich näherbringen und Gehör finden.
Kreisjagdberater Reiner fordert flexiblere Schonzeiten für Gänse
Kreisjagdberater Jürgen Reiner zog in seinem Bericht eine aufschlussreiche Bilanz: Auch wenn die staatlichen Vorgaben zur Bestandsregulierung die Grenzen des Machbaren zunehmend ausreizen, erfüllen die privaten Hegegemeinschaften im Landkreis diese zuverlässig. Sorge bereitet ihm jedoch die wachsende Population der Wild-, Nil- und Rostgänse. An BJV-Präsident Stärker richtete er daher die klare Forderung, die starren Schonzeiten für Gänse und Rabenvögel zu entbürokratisieren und in der Praxis konsequent auf den gesetzlichen Elterntierschutz zu setzen. Zudem betonte Reiner, dass nur die konsequente Bejagung von Raubwild wie Fuchs und Dachs stark gefährdete Bodenbrüter effektiv schützen könne. (Christoph Biebel)
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