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Schwarzer Adler in Binswangen: Wie es mit dem historischen Haus weitergeht

Binswangen

"Schwarzer Adler" in Binswangen zum Verkauf: Wie geht's weiter mit dem historischen Gebäude?

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    So sieht die ehemalige Gastwirtschaft in Binswangen derzeit von außen aus.
    So sieht die ehemalige Gastwirtschaft in Binswangen derzeit von außen aus. Foto: Laura Gastl

    Robert Witczyk liebt „den Charme vieler Jahrhunderte“. Die dicken Mauern. Die Details, wie die aufwendig verzierten Fenstergriffe. Darum hat er sich im November 2013 dazu entschieden, den „Schwarzen Adler“ in Binswangen zu kaufen – und hat seitdem viel Zeit, Arbeit und Geld in das Gebäude aus dem Jahr 1760 investiert. Trotz der Liebe zum Objekt steht dieses seit gut einem Jahr auf einer Immobilienplattform zum Verkauf. Für rund 1,3 Millionen Euro ist es zu haben. Warum? Und wie geht es weiter mit dem alten Haus, das trotz jahrelanger Renovierungsarbeiten von außen immer noch so aussieht: alt eben?

    Eigentlich möchte der selbstständige Bauingenieur Witczyk, der sich auf Pferdestall-Einrichtungen und -Boxen spezialisiert hat, gar nicht verkaufen. Doch vor fast zwei Jahren hat es ihn nach Franken verschlagen. „Wir reiten selbst auch“, erklärt er die Umstände. Witczyk machte sich auf die Suche nach einer Reitanlage oder einem alten Bauernhof, um Platz für die Pferde zu haben. In der Umgebung wurde er nicht fündig. Dabei hätte es dem Selbstständigen in Wertingen so gut gefallen – er spricht vom Charme der kleinen Stadt, der guten Lage und davon, dass Wertingen „alles zu bieten“ habe. Doch es sollte nicht sein.

    Der Investor ist aus dem Raum Wertingen nach Franken gezogen

    Seitdem hat der Investor über eine Stunde Anfahrt zu seinem Objekt in Binswangen – zu lang, wie er findet. Zu viel Zeit bleibt auf der Strecke, die Situation sei beschwerlich. Gleichzeitig möchte er im „Schwarzen Adler“ möglichst viel vor Ort sein, um die Immobilie zu verwalten und den Bau voranzubringen. Die ehemalige Gastwirtschaft stand 14 Jahre lang leer, ehe Witczyk den Komplex vor fast 13 Jahren erwarb mit dem Plan, daraus ein Hotel zu machen. Doch da hätte der Investor 30 Zimmer mit Bädern einrichten müssen. Außerdem hätte es das entsprechende Personal benötigt. Schließlich reichte er bei der Gemeinde einen neuen Bauplan ein. Das überarbeitete Ziel: Wohnungen.

    So sieht es in einer der bereits renovierten Wohnungen im „Schwarzen Adler“ aus.
    So sieht es in einer der bereits renovierten Wohnungen im „Schwarzen Adler“ aus. Foto: Robert Wiczyk

    Von insgesamt elf vorgesehenen Wohnungen sind acht bereits seit ein paar Jahren fertig und vermietet. Die meisten haben circa 50 Quadratmeter, doch es gebe auch eine große mit etwa 100 Quadratmetern, drei Zimmern und zwei Bädern. Auch Witczyk selbst habe schon eineinhalb Jahre im „Schwarzen Adler“ gewohnt. Ihm gefallen besonders die großen Bäder. „Wenn Mieter ausziehen, dann eigentlich nur aus Gründen der Liebe“, sagt der Investor mit einem leisen Lachen. Weil Paare zusammenkommen oder sich trennen und das jeweilige Appartement damit zu klein oder zu groß wird.

    Robert Witczyk sucht keinen Nachfolger – das Objekt sei lediglich „ausgeschrieben“

    Nach all den Jahren ist Witczyk noch immer nicht fertig mit den Umbau- und Renovierungsarbeiten. Drei Wohnungen stehen noch aus. Auch von außen sei das gelbe Gebäude noch ein „hässliches Entlein“, wie es der Investor formuliert. „Doch innen blüht das Leben.“ Und nun, seit rund einem Jahr, ist er auf der Suche nach einem Nachfolger, der das Projekt in seinem Sinne fortführt. Wobei – Witczyk korrigiert: „Ich suche nicht. Es ist ausgeschrieben.“ Und er ergänzt: „Wenn der Richtige kommt, ist es gut. Wir lassen das Schicksal entscheiden.“ Wenn nicht, möchte er den „Schwarzen Adler“ behalten. Auch seine Frau sage: „Du willst doch eigentlich gar nicht verkaufen.“

    Witczyk ist ehrlich: Er sei dem Objekt „mit Herzblut verbunden“. Das Gebäude sei etwas ganz Spezielles. Am Anfang sei das ehemalige Gasthaus ziemlich heruntergekommen gewesen. Witczyk konnte es vor dem Verfall bewahren. Und nun haben sich auch schon einige Investoren dafür interessiert. Doch ein ernsthafter Nachfolger sei noch nicht dabei gewesen. Woran es bislang scheiterte? Viele wünschten sich zum Beispiel die Nähe zu einer Großstadt – das kann Binswangen nicht bieten. Und auch der Denkmalschutz bringt seine Herausforderungen mit. „Das Objekt braucht einen Liebhaber“, sagt Witczyk.

    Der „Schwarze Adler“ in Wertingen hat eine lange Geschichte

    Zur Historie des „Schwarzen Adlers“: Einige Details sind im Binswanger Heimatbuch von Karl Öhlschläger nachzulesen. Darin steht, dass im Mittelalter zur „Tafernwirtschaft“ ein Doppelbauernhof gehörte. Die einstige Gastwirtschaft an der Hauptstraße entstand 1760, das zweite Haus an der Rückseite folgte 1820. Bis 1915 wurde im Brauhaus mit den Rundbogenfenstern noch Bier gebraut, danach wurde es als Turnhalle genutzt. Der Vorbesitzer, die Storchenbrauerei Hans Roth, hatte das Anwesen 1966 von der Fuggerstiftung erworben, ein Jahr später wurde das Schützenheim mit neun Zugständen hier eröffnet. Auch die Feuerwehr und der Gartenbauverein hatten beim „Wirt“ schon ihr Vereinsheim.

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