Zum ersten Mal hatte das Altenwerk in diesem Frühling zu einem sogenannten „Holunderfest“ ins Pfarrheim geladen und gleich nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Irmgard Hurler erfuhr man viel Wissenswertes über die Bedeutung des Holunders in Mythologie und Volksglauben. Der Holunder galt als Schutzbaum und Hausgeist, daher wurde er direkt neben Ställen oder Türen gepflanzt, um Haus, Hof und Vieh vor Bösem aller Art zu schützen. Er war der germanischen Muttergöttin „Holda“ geweiht und galt als Tor zur Unterwelt, Verbindung zu den Ahnen und symbolisierte Leben, Tod und Wiedergeburt. Der Überlieferung nach wohnte die Göttin Holla in den Zweigen des Strauches und man fragte sie etwa bei Krankheiten um Rat.
Der Holunder durfte nicht mutwillig gefällt werden, da dies Unglück, Krankheit oder den Tod brachte. Musste er weichen, wurde oft um Verzeihung gebeten. Auch der Brauch, vor dem Holunder den Hut zu ziehen, zeugt von der tiefen Verehrung. Neben der mythischen Bedeutung gilt der Holunder als „Apotheke der Bauern“. Seine Blüten und Beeren sind bekannt für ihre fiebersenkende, abwehrstärkende und heilende Wirkung. Natürlich lässt sich der Holunder auch kulinarisch vielfältig verwenden, etwa als Saft, Sirup oder Gelee, und selbst die Blüten lassen sich zu „Hollerküchle“ oder „Hollerschmarre“ verarbeiten. Als Umrahmung gab es wieder einige Lieder („Weißer Holunder“, „Rosenstock, Holderblüh“ etc., begleitet von Andrea Aumiller) und Texte zum Thema, wie beispielsweise das Gedicht „Holunder“ oder die Märchen „Mutter Holunder“ und „Zauber im Holunderstrauch“, vorgetragen von Luise Hungbaur, Hermine Wengner und Christa Heinrich.
Da der Holunder auch die Unendlichkeit des Lebens verkörpert, gab es nach der Pause auch ein kleines Singspiel betitelt „Die Jahreszeiten“. Als Krönung wurde jedem Gast ein Glas Holundersirup mit Sekt serviert. Irmgard Hurler dankte zum Schluss allen für ihr Kommen und wies auf die nächste Veranstaltung am Mittwoch, 8. Juli, hin.
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