Herr Lehmeier, wollten Sie nicht zum Ende Ihrer Amtszeit Urlaub nachholen, der als Bürgermeister oft zu kurz gekommen ist?
WILLY LEHMEIER: Ja, ich hätte eigentlich noch sechs Wochen Urlaub. Doch die habe ich nicht antreten können. Ich war erstaunt, was bis zum 30. April noch an Bitten, Wünschen und Aufgaben hereinkam. Ich werde noch verschiedenes begleiten und beraten und möchte die Verwaltung nicht im Stich lassen, bis am 1. Mai Andi Seitz auf mich folgt.
Wie fühlt sich das an, jetzt nach 24 Jahren zu gehen?
LEHMEIER: Das ist ein Aggregatzustand, den ich so noch nicht erlebt habe. Das Ende zu realisieren, fällt mir weitaus schwerer als gedacht. Als ich meinen Rückzug verkündet habe, hatte ich noch ein Jahr. Jetzt rückt der Moment näher, man zählt die Stufen. Wie oft gehe ich noch die Treppe hoch, mache die Tür auf, führe ein Gespräch? Das war für mich nicht nur ein Job. Es war ein großer Inhalt meines Lebens. Doch die Entscheidung war richtig – auch, wenn ich jetzt ein Stück wehmütig gehe. Man verklärt manche Dinge. Es gab genauso viele schwierige Situationen. Ich bin dankbar, dass die Verantwortung jetzt von mir abfällt, und ich das gesundheitlich weitestgehend gut überstanden habe (lacht).
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