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  3. 70. Geburtstag: Josef Ackermann ist ein Manager, der noch immer polarisiert

70. Geburtstag
06.02.2018

Josef Ackermann ist ein Manager, der noch immer polarisiert

Am Dienstag wird Josef Ackermann 70 Jahre alt. Obwohl er so polarisiert hat wie kaum ein anderer Manager, ist der ehemalige Chef der Deutschen Bank mit sich zufrieden.
Foto: Boris Roessler, dpa (Archivfoto)

Am 6. Februar wird Josef Ackermann 70 Jahre alt. Während die Deutsche Bank weiterhin mit den Folgen der Finanzkrise kämpft, ist ihr Ex-Chef zufrieden.

Es gibt eine Formulierung, die an Josef Ackermann klebt wie das Etikett an einer Verpackung: Ackermann, heißt es seit Jahren immer wieder in Porträts, sei ein Mann, der "mit sich im Reinen ist". So war es im Jahr 2002, als der Schweizer Vorstandschef der Deutschen Bank wurde. So war es zehn Jahre später, als er die Bank wieder verließ. Und so ist es auch jetzt, kurz vor seinem 70. Geburtstag, den er am Dienstag feiert.

Mit "Ackermänner" wird eine ganze Generation von Managern charakterisiert

Es ist eine Formulierung, die ganz nebenbei so einiges impliziert. Zum Beispiel, dass es durchaus Gründe für Ackermann geben könnte, nicht mit sich im Reinen zu sein. Schließlich hat kaum ein anderer Wirtschaftslenker so polarisiert wie er. Für die einen war Ackermann ein begnadeter Manager, für die anderen der Inbegriff des arroganten Bankers, gierig, geschickt, überlegen grinsend. Es ist gut möglich, dass vielen Deutschen nur ein einziges Bild von Ackermann im Gedächtnis geblieben ist: Das des Top-Managers, der beim Mannesmann-Prozess im Jahr 2004 die Finger zum V spreizte, zum Zeichen für das englische Wort Victory, zu Deutsch: Sieg. Ackermann sagte später, er habe nur einen Scherz gemacht, habe Michael Jackson imitiert, der fünf Tage zuvor mit eben dieser Geste einen Gerichtssaal verlassen hatte.

Aber er konnte die Wirkkraft des Bildes nicht mehr einfangen. Das Foto landete auf Wahlplakaten und Postkarten, noch vier Jahre später sprach der damalige SPD-Vorsitzende

Franz Müntefering

in einem Interview von den "Ackermännern" und charakterisierte damit eine ganze Generation von Managern.

Große Geste - leider verunglückt: Der damalige Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, mit seinem berühmt-berüchtigten Victory-Zeichen.
Foto: Oliver Berg/Archiv (dpa)

In der Finanzkrise allerdings veränderte sich die öffentliche Wahrnehmung. Ackermann beriet die Kanzlerin, als es um den Notfallplan für die Hypo Real Estate ging, und brachte Banken und Versicherer dazu, sich am Rettungspaket für Griechenland zu beteiligen. "Kein Geschäft", sagte er einmal, "ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen".

Josef Ackermann: Ex-Chef der Deutschen Bank wird 70

Heute lässt es Ackermann ruhiger angehen. Seit Ende 2014 ist er Aufsichtsratschef der Bank of Cyprus. Er reist viel, spielt Golf, geht wandern. Mit seiner finnischen Frau Pirkko, die er vor mehr als 40 Jahren geheiratet hat, lebt er in Zürich, New York oder London. Die Deutsche Bank, betonte Ackermann in den vergangenen Jahren oft, habe er "besenrein" an seine Nachfolger übergeben. In Frankfurt teilen diese Meinung allerdings nicht alle. Der amtierende Chef John Cryan klagte vor einigen Monaten, die Bank habe nach der Finanzkrise später als andere begonnen, Fehler zu beheben.

Ackermann reagiert auf Vorwürfe dieser Art gelassen. "Öffentlich mit dem Finger auf Vorgänger oder Nachfolger zu zeigen, ist nicht mein Stil", sagte er jüngst. Davon abgesehen würden "die Fakten ohnehin lauter als Worte" sprechen. Man könnte auch sagen: Der Manager wirkt ganz und gar mit sich im Reinen.

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