Das war's nun endgültig mit Topbonus: Vielflieger konnten über das Programm viele Jahre lang Bonusmeilen für Prämien oder Gratisflüge sammeln - vor allem mit Air Berlin.
Die Punkte konnten nach der Pleite der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft schon länger nicht mehr eingelöst werden. Nun floppte aber auch ein geplanter Verkauf, wie Insolvenzverwalter Christian Otto mitteilte. Der Investor, der bereits einen Kaufvertrag unterschrieben habe, könne die nötige Finanzierung bisher nicht aufbringen, teilte Otto mit. Bis zuletzt habe es auch keinen anderen Kaufinteressenten gegeben.
"Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass ich den Geschäftsbetrieb der topbonus Ltd. vorsorglich stilllegen musste. Der Grund dafür ist, dass der Investor die nötige Finanzierung zur Fortführung des Geschäftsbetriebs bisher nicht aufbringen konnte. Ich habe das zuständige Insolvenzgericht bereits unterrichtet", hieß es in einer Mail, die am Freitag an mehrere Millionen Mitglieder des Topbonus-Programms ging. Weiter hieß es darin:
"Der Investor hatte vor Unterzeichnung des Kaufvertrages die Finanzierungsbestätigung einer namhaften Bank über einen zweistelligen Millionenbetrag vorgelegt. Nach Unterzeichnung des Vertrages hat die Bank diese Bestätigung allerdings offenbar zurückgezogen, ohne dass ich hierüber informiert wurde. Erst nach mehrfacher Aufforderung gestand der Investor schließlich ein, dass er nicht zur Zahlung fähig ist.
Zwar hat der Investor noch ein paar Tage Zeit, die fälligen Zahlungen noch zu leisten. Doch ist die Aussicht gering, dass dies geschieht. Zudem gab es bis zuletzt keinen anderen Kaufinteressenten. Das Insolvenzrecht sieht in so einem Fall die Stilllegung des Geschäftsbetriebes zwingend vor, um die Gläubiger durch eine aussichtlose Fortführung nicht zu schädigen.
Ohne die zugesagte Finanzierung durch den Investor ist die geplante Sanierung von topbonus über einen Insolvenzplan nicht möglich. Das zuständige Insolvenzgericht hat den Berichts- und Abstimmungstermin für den Insolvenzplan bereits aufgehoben. Sie finden den entsprechenden Beschluss unten im Mailing.
Da der erstellte Insolvenzplan nicht umgesetzt werden kann, wird das Insolvenzverfahren über die topbonus Ltd. als „Regelinsolvenzverfahren“ fortgesetzt. Das Sammeln und Einlösen von Meilen wird eingestellt. Die Internetseiten von topbonus werden in Kürze vom Netz genommen."
Topbonus-Programm gescheitert - Meilen bringen nichts
Wer noch Meilen von Airberlin, Germania und anderen Teilnehmern des Topbonus-Programm hatte, habe noch die Möglichkeit, seine Insolvenzforderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. "Soweit eine nachträgliche Anmeldung bis spätestens 15. Mai 2018 erfolgt, kann diese im gerichtlichen Prüfungstermin am 16.05.2018 noch kostenlos mitgeprüft werden. Für die Prüfung noch später eingegangener Forderungsanmeldungen fallen dann aber gerichtliche Gebühren an", hieß es weiter. (AZ)