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Atomausstieg: Stromausfälle an Pfingsten möglich

Atomausstieg

Stromausfälle an Pfingsten möglich

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    Über Pfingsten könnte es Stromausfälle geben. (Bild: dpa
    Über Pfingsten könnte es Stromausfälle geben. (Bild: dpa

    Über Pfingsten könnte es in Deutschland zu Stromausfällen kommen. Die Bundesnetzagentur hält Probleme beim Stromtransport für möglich. "Es kann an Pfingsten eng werden im Netz, weil die Last sehr schwach ist", erläuterte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, der Rheinischen Post.  Die Industrieproduktion ruhe, so dass die Nachfrage gering sei - gleichzeitig fließe aber Strom aus Wind- und Sonnenanlagen an weit entfernten Standorten ins Netz. "Die Netze sind dann unter Stress, das kann zu Schwierigkeiten führen."

    Anders ist die Situation im Winter, wenn der Stromverbrauch hoch und die Zufuhr etwa von Sonnenstrom gering ist. "Als ultima ratio können auch stromintensive Industrieanlagen stillgelegt werden, um die Netzstabilität zu gewährleisten", sagte Kurth.

    Kehrtwende der Koalition

    Wegen des geplanten Atomausstieges sind derzeit 8 der17 deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet und sollen nach dem Konzept der Regierung mit einer Ausnahme auch nicht wieder ans Netz gehen. Sechs weitere Reaktoren sollen bis 2021 vom Netz, die modernsten drei Kraftwerke dann bis spätestens 2022. Mit dem Beschluss vom Montag macht die Koalition ihre erst vor sieben Monaten beschlossene Verlängerung der Atomlaufzeiten bis etwa 2040 wieder rückgängig.

    Nach dem Willen der Bundesregierung soll eines der acht AKW in Reserve gehalten werden, damit es bei absehbaren Stromengpässen wieder angefahren werden kann. Die Grünen bezweifeln  unter anderem, dass es die schwarz-gelbe Regierung ernst meint mit dem Atomausstieg. "Die Atomgesetznovelle riecht nicht nach Ausstieg, sondern nach einem Zeitgewinn", sagte Parteichefin Claudia Roth dem Online-Magazin stern.de. Die letzten neun Meiler würden erst zwischen 2021 und 2022 abgeschaltet. "Merkel spekuliert auf die Vergesslichkeit der Menschen, Fukushima ist dann schon wieder so lange her, dass die Debatte dann wieder anfangen wird - nach der Devise: Ach, jetzt müssen wir doch noch mal verlängern, wir können nicht so einfach neun Meiler vom Netz nehmen."

    Umweltminister Röttgen verteidigt Energiepolitik

    Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) weißt Kritik zurück und verteidigt die Energiepolitik: Auf einer Diskussionsveranstaltung der CDU in Münster (Nordrhein-Westfahlen) sagte Röttgen, der Ausstieg aus der Atomenergie biete die Chance, einen gesellschaftlichen Konsens zu erreichen. Es gebe ein großes gesellschaftliches Bedürfnis nach Beendigung und Befriedung. Kein Thema habe in den vergangenen 40 Jahren so polarisiert wie die Kernenergie. Der geplante Ausstieg bis 2022 sei ein "sukzessiver Prozess mit einem klaren Ende". Es sei nun an der Zeit, in andere Formen der Energieversorgung zu investieren. dpa/dapd

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