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Bilanz: Die Firma Dachser setzt auf Luft- und Seefracht

Bilanz

Die Firma Dachser setzt auf Luft- und Seefracht

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    Blick in das sogenannte Warehouse der Firma Dachser in Gersthofen. 80 Prozent des Umsatzes werden über Industriegüter erwirtschaftet, der Rest über ungekühlte Getränke.
    Blick in das sogenannte Warehouse der Firma Dachser in Gersthofen. 80 Prozent des Umsatzes werden über Industriegüter erwirtschaftet, der Rest über ungekühlte Getränke. Foto: Markus Merk

    Vom Allgäu aus erobert Dachser mit großem Erfolg das internationale See- und Luftfrachtgeschäft. Bereits im vergangenen Jahr war der Bereich mit einem Umsatzplus von 17 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro wieder der größte Wachstumstreiber des global aufgestellten Logistikriesen, der seinen Sitz in Kempten hat. In den kommenden fünf Jahren soll der Umsatz verdoppelt werden und die Mitarbeiterzahl von 3200 auf 5000 steigen. Bei seinem Expansionskurs hat Dachser vor allem die Zukunftsregion Asien im Blick: „Als neue Länder in diesem Jahr werden im Mai Malaysia und im Juni Vietnam hinzukommen“, sagt Geschäftsführer Bernhard Simon in München.

    Der Enkel des Firmengründers gibt sich bescheiden

    Der Enkel von Firmengründer Thomas Dachser gibt sich traditionell schwäbisch bescheiden. Doch ein wenig Stolz war ihm bei der Vorlage der Geschäftszahlen doch anzumerken. Insgesamt wuchs der Umsatz gegenüber 2010 um 13 Prozent: „4,3 Milliarden Euro Umsatz bedeutet für unser Unternehmen erneut ein Rekordjahr“, betont Simon. Auch für 2012 peilt der Konzern ein zweistelliges Wachstum an. Ende 2011 war Dachser an 315 Standorten weltweit vertreten – fünf mehr als noch ein Jahr zuvor. Und der Ausbau soll voranschreiten.

    Zu den wichtigen Projekten 2012 zählen unter anderem die Erweiterung der Logistikzentren in Langenau und Berlin. Auch sollen die Neubauten in Malsch bei Karlsruhe sowie im niederländischen Zevenaar und im belgischen Willebroek bezugsfertig sein. War die Investitionssumme mit 150 Millionen Euro 2011 unterdurchschnittlich wenig, soll sie in den nächsten fünf Jahren 1,3 Milliarden Euro betragen. „Der Welthandel ist intakt, davon profitieren wir“, sagt Simon, der keine Angaben zum Gewinn macht. „Nur so viel: Wir waren mit Cashflow und Gewinn auch 2011 zufrieden.“

    Der Lebensmittelhandel bereitet Sorgen

    Zu den guten Zahlen trägt aber nicht nur die See- und Luftfracht bei. Auch das Herzstück von Dachser, der Transport von Waren innerhalb Europas, verzeichnete mit 2,6 Milliarden Euro einen Umsatzsprung von 8,3 Prozent. Das dritte Standbein, die Lagerung und der Transport von Lebensmitteln, kletterte beim Umsatz um 16 Prozent auf 555 Millionen Euro.

    Doch gerade der Lebensmittelhandel bereitet Dachser auch Sorge. Denn bei der Anlieferung an den Rampen staut sich oft der Lieferverkehr. Das führt zu Verzögerungen in einem dicht getakteten Zeitplan und treibt die Kosten. Hinzu kommt, dass im Handel auch die Mengen oft massiv schwanken. Gerade wenn Handelswochen aufgrund von Feiertagen verkürzt sind, komme es infolge von Sonderaktionen in jüngster Zeit zu Kapazitätsschwankungen von über 50 Prozent. Solche extremen Kapazitätsspitzen waren, wie Simon schildert, vor allem im vergangenen Jahr zu beobachten. Sie hätten das gesamte Logistiksystem an eine Belastungsgrenze geführt.

    In Deutschland fehlen 20.000 Fahrer

    Umso wichtiger sei es, dass für diese logistischen Herausforderungen erfahrene Fachkräfte zum Einsatz kommen. Auf den Mangel an gut ausgebildeten Lkw-Fahrern hat Simon bereits mehrfach hingewiesen. Allein in Deutschland fehlen seiner Einschätzung nach rund 20.000 qualifizierte Fahrer.

    Um ausreichend kompetenten Nachwuchs zu haben, investiert Dachser seit Jahren in die eigene Ausbildung – unter anderem auch mithilfe eines eigenen Weiterbildungsinstituts, der Dachser Academy in Köln. „Über 1200 junge Menschen absolvieren derzeit eine Berufsausbildung bei Dachser in Deutschland“, sagt Simon. Außerdem kamen allein in Deutschland über 1000 neue Arbeitsplätze im vergangenen Jahr hinzu – im Ausland waren es über 700. Diese Investition führte dazu, dass Dachser erstmals die Marke von 20000 Mitarbeitern überschritten habe und mit weltweit aktuell etwa 21.000 Beschäftigten einen historischen Höchststand erzielt. 12.400 arbeiten in Deutschland – davon 3650 in Bayern. Auch in diesem Jahr will Dachser insgesamt wieder etwa 1000 neue Stellen schaffen.

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