Deutschlands größter Discounter Aldi will nun auch in Italien Fuß fassen. Aldi Süd werde im Laufe der nächsten Jahre nach Italien expandieren, teilte die österreichische Aldi-Tochter Hofer am Montag mit. Die Koordination des Markteintritts und die Betreuung des neuen Ziellandes werde aus Österreich erfolgen. Details zu den Expansionsplänen nannte das Unternehmen nicht. Der Aldi-Erzrivale Lidl ist bereit seit 1992 in Italien aktiv und besitzt dort inzwischen etwa 600 Filialen.
Lebensmittel: Italien gilt als attraktiver Markt
Deutschlands erster Discounter: Das ist Aldi
Seinen Ursprung hat Aldi im elterlichen Feinkostgeschäft in Essen. Gemeinsam mit seinem Bruder Karl übernahm Theo Albrecht 1946 den Laden.
Sie setzten von Anfang an auf Qualität und kleine Preise: Deutschlands erster Discounter war geboren. So steht der Firmenname Aldi für Albrecht-Diskont.
Die beiden Albrecht-Brüder teilten sich Deutschland in den 60er Jahren auf: Karl war für Aldi Süd in Süddeutschland und Theo Albrecht für Aldi Nord in Norddeutschland zuständig.
Aldi Süd ist in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie dem südlichen Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Hessen zu finden.
Aldi Süd besteht nach eigenen Angaben aus 31 Regionalgesellschaften mit über 1830 Filialen. Aldi ist auch im Ausland zu finden, etwa in Österreich, wo die Geschäfte unter dem Namen Hofer firmieren.
Über die beiden Brüder drang nie viel an die Öffentlichkeit. Nach Recherchen des Forbes- und des Manager Magazins war Theo Albrecht aber der zweitreichste Deutsche und hatte ein Vermögen von rund 17 Milliarden Euro. Auf Platz eins: sein Bruder.
Theo Albrecht wurde 1971 entführt und blieb 17 Tage lang gefangen. Nachdem die Entführer sieben Millionen Mark erhalten hatten, kam Albrecht frei. Er starb 2010 an den Folgen eines schweren Sturzes. Seine Kinder arbeiten auch bei Aldi Nord.
Das Geld, das Aldi zur Verfügung steht, ist in Stiftungen gebunden. So soll die Firma auch nach dem Tod der Gründer fortgeführt werden können.
Karl Albrecht stirbt am 21. Juli 2014 im Alter von 94 Jahren.
Aldi Süd hatte bereits im März bestätigt, dass es umfangreiche Recherchen über den italienischen Markt anstelle. Die Lebensmittel Zeitung berichtete damals, die Überlegungen von Aldi gingen dahin, sich zunächst auf den Norden des Landes zu konzentrieren. Italien gilt als attraktiver Absatzmarkt mit geringer Marktkonzentration. Auf die fünf größten Händler entfallen dem Fachblatt zufolge gerade einmal etwa 20 Prozent des Umsatzes.
Nach wie vor dominieren kleine Nachbarschaftsläden den Handel. In diesem Monat will Aldi Nord außerdem die ersten sechs Märkte auf der spanischen Ferieninsel Mallorca eröffnen. AZ/dpa