Newsticker
SPD beschließt Aufnahme von Ampel-Koalitionsgesprächen im Bund
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Halbleiter-Industrie: Chip-Mangel: Dudenhöffer sieht schwere Fehler bei Autoherstellern

Halbleiter-Industrie
24.04.2021

Chip-Mangel: Dudenhöffer sieht schwere Fehler bei Autoherstellern

Ferdinand Dudenhöffer ist Experte für die Autobranche.
Foto: Nicolas Blandin, dpa

Exklusiv Autoexperte fordert, das Lieferketten-Management zu modernisieren und KI zu nutzen. Er sagt: "Die Einkaufsvorstände der Autoindustrie scheinen noch im Fax-Zeitalter zu leben."

Der Mangel an elektronischen Bauteilen zwingt Autobauer wie Audi und Daimler zur Kurzarbeit. Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sieht die Ursache für das Problem allerdings nicht nur in einer gestiegenen Nachfrage nach Chips, sondern auch in einem schlecht gemanagten Einkauf der Autohersteller. „Einerseits ist durch Corona die Digitalisierung in vielen Bereichen viel schneller vorangeschritten, als wir alle gedacht haben. Damit ist der Halbleiterbedarf Corona-bedingt gestiegen“, erklärt Dudenhöffer unserer Redaktion. Doch das sei nur ein Aspekt.

„Die Autobauer wissen seit Jahren und planen seit Jahren mit immer stärkerer Automatisierung, mit immer mehr Rechnern und intelligenten Funktionen im Auto. Sprich, sie wissen von dem enorm gestiegenen Chip-Bedarf“, sagt er. „Und was haben die Einkaufsabteilungen aller Autobauer weltweit gemacht? Business as usual“, kritisiert der Experte. „Man hat eben keinen strategischen Einkauf, der langfristig mit den Entwicklern der nächsten Automodelle plant. Die Einkaufsvorstände der Autoindustrie scheinen noch im Fax-Zeitalter zu leben. Die Einkäufer reagieren wie Lemminge, alle laufen in eine Richtung, ohne sich über die Richtung Gedanken zu machen“, sagt Dudenhöffer, Direktor des Centers for Automotive Research.

Dudenhöffer: Software hilft auch beim Einkauf

Nicht nur Engpässe durch den im Suez-Kanal auf Grund gelaufenen Frachter „Ever Give“ hätten gezeigt, wie wenig strategisch in den Unternehmen Logistikpläne bei Engpässen aussehen. „Ein Großteil der Engpässe sind vorhersehbar, allerdings brauchen wir dazu mehr als ein Fax oder Excel-Sheet“, sagt Dudenhöffer und fordern den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und IT: „Jede Krise ist eine Chance. Wir sollten die Chip-Krise nutzen, endlich unsere Einkaufsbereiche intelligent aufzustellen. Software und Chips helfen auch hier“, sagt er.

Lesen Sie hierzu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.