Die neue Gruppe will sich zudem an den Buchhändlern Buch Habel (Darmstadt) und Weiland (Lübeck) beteiligen. In einem schwieriger werdenden Umfeld wolle man damit sowohl die Vielfalt erhalten als auch Arbeitsplätze sichern, sagte Hugendubel-Inhaber Maximilian Hugendubel am Donnerstag in München. Der Zusammenschluss muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.
Dem neuen Verbund werden neben Hugendubel und Weltbild plus auch die Marken Weltbild!, Jokers, Wohlthat'sche Buchhandlung, Weiland und Habel angehören. Die Beteiligungen an Weiland und Habel beliefen sich auf jeweils über 50 Prozent, sagte Hugendubel.
Alle Partner sollen auch künftig ihr Profil und im operativen Geschäft ihre Eigenständigkeit behalten und unter den bisherigen Geschäftsführungen weiterarbeiten. Auch die Zahl der insgesamt 3436 Beschäftigten wolle man erhalten. "Ich kann sicherstellen, dass es nicht weniger werden", sagte Hugendubel.
Eine Bündelung von Einkaufsmacht werde es nicht geben. "Nichts liegt ferner, als alle Buchhandelsfilialen unter ein Einheitsschema zu pressen", sagte Hugendubel. Mit dem Schritt schaffe man ein Partnerschaftsmodell, in dem verschiedene Arten von Buchhändlern unter gemeinsamer Klammer zusammenarbeiten könnten.
Mit diesem bedeutenden Schritt wolle man sich nicht nur auf neue Marktherausforderungen einstellen wie die fortschreitende Digitalisierung, sondern auch für die weitere Branchenkonsolidierung rüsten. Der Markt sei unter anderem geprägt durch eine eher kleiner werdende Leserschaft und stagnierende Haushaltseinkommen, sagte Hugendubel.
Zusammen kommt der neue Verbund mit 451 Buchhandlungen auf ein Umsatzvolumen von 672 Millionen Euro und setzt sich damit vor den bisherigen Marktführer, den zur Parfümeriekette Douglas gehörenden Buchhändler Thalia mit einem Umsatz von 461 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 (30. September).
Die Finanzholding DBH Buch Handels GmbH & Co. KG, in die Hugendubel die Filialen als Sacheinlage und Weltbild eine Finanzeinlage in gleicher Höhe einbringen will, solle das stationäre Geschäft der Partner bündeln, Synergien bei IT und Warenwirtschaft schaffen und das weitere Wachstum finanzieren, hieß es. Sitz der nicht operativ tätigen Holding werde München sein, an ihrer Spitze steht ein Beirat, dem unter anderem die Geschwister Maximilian und Nina Hugendubel sowie Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff angehören werden.
Zu finanziellen Details machten die beteiligten Unternehmen keine Angaben. Die Eigenkapitalausstattung sei aber sehr gut, so dass man sich auch für mögliche weitere Akquisitionen gerüstet sehe. Welche Kandidaten dafür in Frage kommen könnte, ließ Hugendubel offen.