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Käthe Wohlfahrt
07.08.2018

Weihnachtsschmuck-Unternehmerin Käthe Wohlfahrt ist tot

Käthe und Wilhelm Wohlfahrt im Jahr 1998. Mit der Holzspieldose fing die Geschichte des Unternehmens an.
Foto: Claus Felix, dpa (Archiv)

Die Gründerin der berühmten Unternehmens aus Rothenburg ob der Tauber wurde 85 Jahre alt. Die Läden von Käthe Wohlfahrt sind in der ganzen Welt bekannt.

Angefangen hat alles, wie soll es anders sein, mit einem Geschenk: Eine kleine, weihnachtliche Spieldose, Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge, das die Geburtsszene in Betlehem zeigte. Käthe Wohlfahrt und ihr Mann Wilhelm hatten das Stück bei ihrer Flucht aus der DDR gerettet und mit in ihre neue Heimat nahe Stuttgart gebracht. Weil ein befreundetes Offiziers-Ehepaar aus den USA, das die Wohlfahrts zum Weihnachtsfest 1963 besuchte, so begeistert von der Spieldose war, machte Wilhelm Wohlfahrt sich auf die Suche nach einem ähnlichen Exemplar. Der Großhändler weigerte sich jedoch, ihm nur eine Spieldose zu verkaufen. Also erstand Wohlfahrt zehn, verschenkte eine an die Freunde aus den USA – und verkaufte die übrigen an amerikanische Soldaten.

Käthe Wohlfahrt ist der größte Vertreiber von Weihnachtsschmuck

Damit war der Grundstein für das Geschäft gelegt, das in den vergangen sechs Jahrzehnten zum größten Vertreiber von Weihnachtsschmuck in Deutschland aufgestiegen ist. Wie jetzt erst bekannt wurde, ist Käthe Wohlfahrt, der das Unternehmen seinen Namen verdankt, in der vergangenen Woche im Alter von 85 Jahren gestorben. Die Unternehmerin, die nur wenig Einblick in ihr Privatleben gegeben hat, ist im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Ihr Mann Wilhelm ist bereits seit 17 Jahren tot.

Der große Durchbruch für das Unternehmen kam im Jahr 1977 mit einem Umzug: Familie und Firma siedelten von Herrenberg bei Stuttgart nach Rothenburg ob der Tauber über. Wohlfahrts „Weihnachtsdorf“ wurde schnell zu einem Anziehungspunkt für die Besucher der weltberühmten Stadt im Norden Bayerns.

Auch in den USA hat Käthe Wohlfahrt einen Laden

Das Geschäft vertreibt bis heute Christbaumkugeln, Nussknacker oder Spieldosen – und das das ganze Jahr über. Die Kunden sind vor allem Touristen. Unzählige Amerikaner oder Japaner haben dort über die Jahre ihren Christbaumschmuck gekauft.

Mittlerweile gehören zwölf Geschäfte zum Unternehmen, acht in Deutschland, die übrigen in Belgien, Frankreich, Großbritannien und den USA. Seit 1990 wird das Unternehmen von Harald Wohlfahrt geführt, dem Sohn der Firmengründer.

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