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Kfz-Versicherung: Autoversicherung kündigen & wechseln: Darauf müssen Sie achten

Kfz-Versicherung

Autoversicherung kündigen & wechseln: Darauf müssen Sie achten

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    Wer die Autoversicherung kündigen und wechseln will, sollte vorher genügend Angebote vergleichen.
    Wer die Autoversicherung kündigen und wechseln will, sollte vorher genügend Angebote vergleichen. Foto: Jens Schierenbeck (dpa)

    Bei Kfz-Versicherungen unterscheiden sich nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungen der Versicherungsgesellschaften zum Teil deutlich. Die Anbieter konkurrieren um Neukunden, was sich vor allem beim Geld bemerkbar macht. Viele Versicherungen bieten sogar bessere Tarife für Neukunden als für treue Seelen, die sich schon lange auf ihren Tarif verlassen. Wir erklären, worauf Sie bei der Autoversicherung achten sollten.

    Worauf sollte ich beim Schreiben meines Versicherers achten?

    Dieses gibt nicht immer Auskunft darüber, ob die Preise erhöht wurden oder nicht, wie die Zeitschrift Finanztest berichtet. Denn selbst wenn die Rechnung niedriger ausfällt als im Jahr davor, könne sich der Beitrag erhöht haben. Der Grund liegt darin, dass der Versicherte in eine günstigere Schadensfreiheitsklasse gerutscht ist, wenn er unfallfrei geblieben ist. „In diesem Fall sind ein paar Prozent Beitrag weniger fällig, sodass die Jahresrechnung schon allein deshalb ein wenig niedriger ausfällt“, betonen die Finanzexperten. Sie raten, den Vergleichsbeitrag in der Rechnung zu berücksichtigen. Das ist die Summe, die der Kunde hätte zahlen müssen, wenn sein neuer Schadensfreiheitsrabatt schon im Vorjahr gegolten hätte. Fällt sie niedriger aus als der neue Beitrag, hat der Versicherer seinen Tarif angehoben. Das Problem: Einzelne Anbieter führen den Vergleichsbeitrag gar nicht auf oder verstecken ihn.

    Autoversicherung wechseln - lohnt sich das?

    Das hängt vom Einzelfall ab. Allerdings lohnt es sich, jedes Jahr aufs Neue einen Preisvergleich zu machen, wie die Experten der Zeitschrift Finanztest betonen. Schließlich können sich die Beiträge so stark ändern, dass sich durch einen Wechsel in einen günstigeren Tarif leicht 100 Euro und mehr im Jahr sparen lassen. Häufig genügt auch schon ein Anruf bei der Versicherung mit dem Hinweis „Ich möchte kündigen“ – und der Tarif wird unter Umständen günstiger.

    Autoversicherung vergleichen - aber wo?

    Möglich ist das auf Internet-Vergleichsportalen wie Check24, Transparo oder Verivox. Die Plattformen versprechen dem Kunden einen ebenso unkomplizierten wie unverbindlichen Überblick. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass der Tarifcheck seine Tücken hat: Denn über den kostenlosen Service werden in der Regel nur die Anbieter verglichen, die auch dafür bezahlen, sagt Thomas Köhne, Professor am unabhängigen Institut für Versicherungswirtschaft Berlin.

    Welche Plattform die beste ist, lässt sich schwer sagen. Keines der Internetportale beinhaltet alle 120 Versicherer, die es nach Angaben des Branchenverbands derzeit am Markt gibt. Der Kunde kann das aber nicht erkennen. Bei Check24 etwa fehlen die Anbieter Huk Coburg und WGV im Preisvergleich. Transparo wiederum, das seit Neuestem zu Verivox gehört, arbeitet eng mit der Huk Coburg zusammen.

    Daher ist es ratsam, die Beitragsrechnung stets auf mehreren Plattformen durchzuführen. Wer sich die Mühe nicht machen will, kann auf die Angebote des Bundes des Versicherten oder der Stiftung Warentest zurückgreifen. In beiden Fällen zahlt der Verbraucher zwar für den individuellen Vergleich, dafür ist dieser aber unabhängig. Bei der Stiftung Warentest etwa kostet das 7,50 Euro. Dafür filtern die Experten aus mehr als 150 Tarifen die günstigsten Angebote heraus.

    Autoversicherung Vergleich: Welche Details sind wichtig?

    Einen Annahmezwang von Versicherungsanträgen gibt es nur bei der Haftpflicht. Deshalb ist es ratsam, vor der Kündigung die schriftliche Deckungszusage der neuen Versicherung abzuwarten.

    Bei der Leistung des Vertrags sollte man vor allem auf eine ausreichende Deckung achten. Mit einer Deckungssumme von 100 Mio. Euro ist man meist gut versorgt. Außerdem sollte man sich die Bedingungen bei Diebstahl, Totalschaden und Schäden durch Tiere genau ansehen.

    Bianka Bobell vom Bund der Versicherten rät, nicht allein auf die günstigste Prämie zu achten, sondern auch auf die Leistungen. Fast jeder Versicherer habe einen leistungsstarken und einen abgespeckten Tarif. Je nachdem unterscheidet sich die Deckungssumme, ist Rabattschutz oder Werkstattbindung Teil des Tarifs. Nach Angaben von Verivox sind bei leistungsstarken Tarifen über 60 Prozent Sparpotenzial drin, bei Basistarifen sogar noch mehr.

    Außerdem sollte man genau festlegen, welche Leistungen man benötigt – höhere Deckungssumme, Mietwagen-Police, erweiterten Wildschaden oder Rabattschutz. Gerade günstige Versicherungen führen häufig den "Verzicht bei grober Fahrlässigkeit" an. Das heißt: Wer beispielsweise mit dem Handy am Ohr einen Unfall verursacht, muss damit rechnen, dass die Versicherung den Schaden nicht übernimmt. Einige Anbieter verzichten auf diese Klausel, die einzige Ausnahme ist immer Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

    Lohnen sich Kaskoversicherungen?

    Für den Abschluss einer Vollkaskoversicherung gilt eine Faustregel von drei Jahren. Ist der Wagen also bis zu drei Jahre alt, lohnt es sich, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Danach muss man abwägen, ob der Wert des Autos noch hoch genug ist.

    Für Teil- und Vollkaskoversicherung raten Experten, vor allem auf die Leistungen und weniger auf den Preis zu achten. Selbes gilt auch für diejenigen, die persönlichen Kontakt zum Versicherer schätzen. Onlineversicherungen sind oft günstiger, bieten aber auch weniger Service. Ein weiterer Kostenfaktor bei Kaskoversicherungen ist die Selbstbeteiligung. Je geringer diese ist, desto höher sind oft die Versicherungsprämien. Hier ist es hilfreich, im Vergleichsportal mehrere Varianten durchzurechnen.

    Autoversicherung kündigen: Bis wann habe ich Zeit?

    Die Kündigung muss bis 30. November beim Versicherer sein. In diesem Jahr ist das ein Montag. Es gibt inzwischen auch Versicherungen, die den Kunden individuelle Kündigungstermine anbieten. Deshalb sollte man sicherheitshalber bei der Versicherung anrufen oder in den Unterlagen nachsehen.

    Bei Tariferhöhung durch den Anbieter gilt ein Sonderkündigungsrecht. Ab Erhalt der Nachricht hat der Versicherungsnehmer einen Monat Zeit, den Vertrag zu kündigen und zu wechseln. Bei einem Fahrzeugwechsel oder einem neuen Auto gibt es keine Frist. Im Schadenfall kann man nach Bearbeitungsschluss des Schadens wiederum einen Monat lang kündigen und wechseln. (sok, köni mit dpa)

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