Die Konsumforscher der GfK erwarten ungeachtet der europäischen Krise klingelnde Kassen im deutschen Weihnachtsgeschäft. "Wir sind optimistisch, dass das Weihnachtsgeschäft nicht so schlecht werden und in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen wird", sagte Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK/Nürnberg) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. "Das wäre angesichts der Krise und der Umstände sehr erfreulich."
Der Handel in Deutschland kann nach Einschätzung der GfK mit Umsätzen für Geschenke in Höhe von 13,7 Milliarden Euro rechnen. Im Vorjahr brachte das Weihnachtsgeschäft nach GfK-Angaben rund 14 Milliarden Euro ein.
Forscher erwarten ein positives Konsumklima
Insgesamt erwarten die Konsumforscher ein positives Konsumklima: Der monatlich von der GfK ermittelte Konsumklimaindex befindet sich nach den am Montag in Frankfurt vorgestellten Daten im Aufwind. Der Wert für November wurde von 5,3 auf 5,4 Punkte nach oben revidiert, für Dezember sagen die Marktforscher mit 5,6 Punkten den höchsten Wert seit Mai 2011 voraus.
Die Menschen investieren nicht in Goldbarren
"Wir sind auf gutem Weg, dass diese Zahlen, die wir als Konsumplanung erfragt haben, sich in realen Käufe umsetzen werden", sagte Bürkl. Die Konsumforscher erwarten, dass Kunden vor allem bei Büchern, Gutscheinen und Schmuck zugreifen werden. "Die Menschen stecken ihr Geld in der Krise zwar nicht in Goldbarren, aber in Goldketten", sagte Bürkl. Das liege auch daran, dass die Sparzinsen seit Monaten extrem niedrig sind: "Der Anreiz, Geld auf die hohe Kante zu legen, ist derzeit eher gering."
Konsumstimmung wird von der Schuldenkrise überlagert
Die gute Konsumstimmung der Verbraucher in Deutschland droht nach Einschätzung der GfK jedoch zunehmend von der Euro-Schuldenkrise überlagert zu werden. "Die internen Rahmenbedingungen sind immer noch gut. Die Risiken lauern derzeit eher im Ausland, die Krisenängste haben sich zuletzt bei den Verbrauchern verstärkt", sagte Rolf Bürkl.
"Die weitere Entwicklung wird ganz entscheidend davon abhängen, wie Europa mit der Staatsschuldenkrise weiter umgehen wird und ob es gelingt, nachhaltige und einmütige Lösungen zu finden." Bürkl betonte: "Es muss klar werden, dass die Politik wieder das Heft des Handels in der Hand hat." dpa/AZ