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Markengeschichte: Vor 50 Jahren wurde das Kürzel Zewa zur Marke

Markengeschichte

Vor 50 Jahren wurde das Kürzel Zewa zur Marke

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    Die erste Zewa-Klopapierrolle wurde vor 50 Jahren verkauft.
    Die erste Zewa-Klopapierrolle wurde vor 50 Jahren verkauft. Foto: Zewa

    Von wegen "wisch" und "weg". Im Museum für bekannte Markenartikel hätte sich ein Name längst verewigt: Zewa. Vor 50 Jahren wurde aus den Anfangsbuchstaben des Firmennamens Zellstofffabrik Waldhof ein eigenständiger Begriff. Seitdem steht Zewa für Toilettenpapier.

    Doch auch Haushaltstücher gehören in das Sortiment. Sie bewirbt der schwedische Konzern SCA Tissue Europe einfallsreich: Fast schon Kultstatus erlangte der Slogan "Mit einem Wisch ist alles weg!". Er soll dazu beigetragen haben, dass Zewa heute wie Tempo für Taschentücher generell für das schnelle und saugstarke Putztuch verwendet wird.

    Hergestellt werden die Zewa-Produkte in Mannheim. Rund 2000 Beschäftigte zähle das Werk nach Unternehmensangaben, in dem das Allzweckpapier dieser Marke produziert wird. Bei durchschnittlich einer Rolle Toilettenpapier pro Woche pro Kopf liege der Verbrauch in Deutschland. Bei Haushaltstüchern seien es knapp zwölf Rollen im Jahr.

    Die Ansprüche an Toilettenpapier veränderten sich über die Jahre. Als Meilenstein in der Entwicklung nennt das Unternehmen das Jahr 1966: Zewa Lind kommt auf den Markt. Der harte Krepp hat damit ein Ende. Toilettenpapier kann aus weichem Tissue verarbeitet werden und wird so fein wie Taschentücher. Werbestrategen erfinden seitdem immer neue Superlative für das Material und kreieren flauschig-zarte Wortkombinationen, um die Verbraucher auf den fühlbaren Nutzen hinzuweisen: das Adverb "samtstark" gehört zu den schönsten Schöpfungen.

    Austoben können sich die Marketingprofis aber auch bei den Haushaltstüchern. Sie kommen mit einer "SOS-Formel" daher. Die aus der Seefahrt bekannte Abkürzung verheißt hier Hilfe bei den kleinen Katastrophen im Haushalt: Eine "saugstarke Oberflächenstruktur" verspricht eine stets optimierte "Nassreißfestigkeit". In die Hand nehmen und putzen muss der Verbraucher zwar noch selbst, aber die neue Generation integriert bereits das Putzmittel. Zewa ruft eine Weltneuheit aus.

    Beinahe ebenso wichtig wie der praktische Nutzen ist heute das Design. Grau war einmal und ist höchstens noch die Farbe für Puristen, die wenigstens am stillen Örtchen für einen Moment der bunten Konsumwelt entfliehen wollen. Blümchen und Schrift sind im Trend. Sie werden auf farbiges Papier gedruckt und wollen das Ambiente in Bad und Küche aufpeppen. Auch Duftnoten dürfen beim modernen Klopapier nicht fehlen.

    Immer wichtiger wird für die Marke Zewa, die sich eines Bekanntheitsgrades von 98 Prozent rühmt, der Umweltaspekt. So verzichte Zewa seit Ende der 80er Jahre auf chlorhaltige Bleichmittel. Daniela Hungbaur

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