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Miete: Münchner Verein: Kein Bargeld für die Kaution

Miete

Münchner Verein: Kein Bargeld für die Kaution

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    Ein Münchner Verein bürgt für Mieter beim Vermieter, damit der Wohnungssuchende für die Kaution kein Bargeld aufbringen muss.
    Ein Münchner Verein bürgt für Mieter beim Vermieter, damit der Wohnungssuchende für die Kaution kein Bargeld aufbringen muss. Foto: Ulrich Wagner

    Ruhige Seitenstraße, 100 Quadratmeter Wohnfläche, Parkettboden, Einbauküche: Die Wohnung im Münchener Stadtteil Schwabing scheint perfekt - und hat ihren Preis: fast 1350 Euro Warmmiete. Dazu will der Makler 2,38 Kaltmieten Provision, das macht zusätzlich 2856 Euro. Und dann wird natürlich noch die Kaution fällig. Bei drei Monatskaltmieten sind das weitere 3600 Euro.

    Egal ob teure Großstädte wie die bayerische Landeshauptstadt oder ein idyllisches Dorf in ländlicheren Regionen der Republik: Wer in Deutschland zur Miete in ein Haus oder eine Wohnung zieht, zahlt schon für den Umzug jede Menge Geld. Viele Menschen können sich das nicht mehr leisten. Nach einer Studie eines Immobilienanbieters müssen sich 23 Prozent der Mieter für die Kaution ihrer neuen Bleibe verschulden. 16 Prozent überziehen demnach ihr Girokonto, sieben Prozent nehmen sogar einen Kredit auf.

    Zwei Unternehmer aus München bieten klammen Miet-Interessenten nun mit einem Bürgschaftsmodell einen Ausweg. Florian Haas und Frank Liepner haben in München den Mietkautionsbund gegründet. Der Verein bürgt für Mieter beim Vermieter, damit der Wohnungssuchende für die Kaution kein Bargeld aufbringen muss.

    Anstatt beim Einzug zusätzlich zu allen anderen Kosten auch noch mehrere Tausend Euro zu zahlen, die der Vermieter nach dem Auszug für Reparaturen oder Renovierungen nutzen kann, hat der Kunde des Mietkautionsbundes zunächst eine finanzielle Sorge weniger. Haas und Liepner kam ihre Geschäftsidee bei dem Umzug einer Bekannten. Haas sagt: "Wir haben da spontan geholfen und anschließend bei Pizza und Wein über die Kosten eines Umzugs gesprochen. Auch über die Kautionen..."

    Während das Geld für eine neue Küche eine sicht-, und anfassbare Investition ist, scheint die Kautionssumme in Deutschland verloren. Es ist üblich, dass die Mietkaution auf ein Sparbuch eingezahlt wird. Dort bleibt das Geld, bis der Mietvertrag endet. Haas rechnet derzeit mit einer durchschnittlichen Kautionssumme von etwa 1700 Euro. Bei 20 bis 21 Millionen Mietverhältnissen in Deutschland, die der deutsche Mieterbund ausweist, schlummern bei Banken und Sparkassen so theoretisch mehrere Milliarden Euro.

    "Für die Mieter kostet das Bürgschaftsmodell Geld", gibt der Mieterbund zu bedenken. "Viele scheinen den Unterschied zwischen einer Bürgschaft und einer Kaution nicht zu begreifen", sagt Ulrich Ropertz. Es sei eben nicht so, dass eine jährliche Bürgschaftssumme von 50 oder 100 Euro eine Kaution von 1000 Euro oder mehr ersetze.

    Eine klassische Kaution, so Ulrich Ropertz vom Mieterbund, werde verzinst und müsse nicht zwingend auf ein Sparbuch eingezahlt werden. Und wenn man das Geld dafür nicht flüssig hat? "Auch mit der heimischen Bank kann ich über eine Bürgschaft sprechen", sagt er. "Die müssen das mit Eigenkapital finanzieren, und machen das deshalb nicht gerne", sagt Mietkautionsbund-Gründer Haas.

    Und dann sind da noch die Vermieter. "Die sind in der Regel nicht davon begeistert. Und den muss ich als Mieter für dieses Modell mit ins Boot holen", sagt Ropertz. Probleme räumt auch Haas ein. Aber: "Das sind meist ältere Vermieter oder solche, die es gewohnt sind, Bargeld zu sehen." Die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus und Grund sieht das anders: Der Generalsekretär Andreas Stücke sagt: "Unser Rat: Hände weg!" Bei einer normalen Kaution habe der Vermieter unmittelbaren Zugriff auf das Geld, bei einer Bürgschaft müsse er sich mit einem Dritten "herumschlagen". In der Schweiz scheint das Bürgschaftsmodell deutlich etablierter als hierzulande. Während es dort zahlreiche Anbieter gibt, hat der Münchener Mietkautionsbund in Deutschland kaum Konkurrenz, auch in unserer Region gibt es keine. 10 000 Mitglieder hat er nach Angaben von Haas schon.

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