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IHK Schwaben

21.05.2019

Schwabens Wirtschaft spürt ersten Gegenwind

Der Maschinenbau ist ein wichtiger Faktor in unserer Region. Derzeit schwächelt aber die Nachfrage aus dem Ausland.
Bild: Ralf Lienert

Trumps Handelspolitik und der Brexit gehen an den Firmen nicht spurlos vorbei. Gleichzeitig boomt aber der Bau, der Konsum ist stabil. Wie die Lage wirklich ist.

Andreas Kopton ist als Unternehmer in Schwaben tätig. Seine Umweltfirma HPC hat ihren Sitz in Harburg. Geboren ist er aber an der Küste, im Landkreis Cuxhaven. Von daher hat er eine ganz eigene Meinung zu Aussagen wie dieser, dass der Wind für die Konjunktur rauer werde. „Ich weiß, was rauer Wind ist. Dann kommt der Regen horizontal, das kennen wir in Schwaben gar nicht“, sagte er am Montag bei der Vorstellung der neuen Umfrage zur konjunkturellen Lage. Jetzt tobten an dem Tag zwar schwere Gewitter über Bayern. Wirtschaftlich ist Schwaben in Koptons Augen aber von einer Extrem-Wetterlage weit entfernt: „Das ist kein rauer Wind, den wir konjunkturell erleben, sondern ein laues Lüftchen“, meinte der eben erst wiedergewählte Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben.

Kopton ist bekannt für seinen optimistischen Blick auf konjunkturelle Themen. Tatsache ist aber, dass die Firmen in unserer Region die wirtschaftliche Lage derzeit etwas skeptischer einschätzen. Das zeigt die Frühjahrsumfrage der Industrie- und Handelskammer unter über 1000 Unternehmen. Der Konjunkturindex für Schwaben – praktisch die Wetterleiter der regionalen Wirtschaftsentwicklung – ist im Frühjahr leicht gefallen. Nach einer langen Aufschwungphase geht es nicht mehr ganz so dynamisch voran wie bisher.

IHK Schwaben: "Die Zeiten des schnellen Wachstums sind vorbei"

Die Stimmung in der schwäbischen Wirtschaft ist zwar nach wie vor positiv. „Die Zeiten des schnellen Wachstums sind aber vorbei, die Zuwachsraten sind deutlich zurückgegangen“, fasste es die Kammer zusammen. „Die Unternehmen haben noch hohe Auftragsbestände, die abgearbeitet werden, es kommen nur weniger neue Aufträge hinzu“, sagte Kopton. Während der Bauboom und auch die Geschäfte im Handel und den unternehmensnahen Dienstleistungen gut liefen, trübe sich das Auslandsgeschäft ein. Die für Schwaben besonders wichtigen exportstarken Industriebetriebe spüren den zunehmenden Protektionismus. „Die Nachfrage aus Amerika ist rückläufig, der größte Lichtblick ist nach wie vor Asien“, berichtete Kopton.

Andreas Kopton, wiedergewählter Präsident der IHK Schwaben.
Bild: Michael Kerler

Der geplante Jobabbau bei großen Augsburger Firmen wie Premium Aerotec und die Schließungen bei Fujitsu und Ledvance machen Kopton für die wirtschaftliche Entwicklung erstaunlicherweise weniger Sorgen: „Die Arbeitslosigkeit in der Region ist gering, ich glaube nicht, dass dieser Stellenabbau einen Einbruch mit sich bringt“, sagte er.

Der lang andauernde Aufschwung sei inzwischen älter geworden, bemühte Kopton noch einen Vergleich. „Er gönnt sich eine Verschnaufpause“, meinte er. „Es gibt aber keine Konjunktur, die an Altersschwäche stirbt. Sie wird umgebracht. Die Frage ist dann: Wer ist der Killer?“

Andreas Kopton: "CO2-Steuer erhöht nur die Staatseinnahmen"

Denn Risikofaktoren sehen die Wirtschaftsvertreter einige: Trump, den Brexit, aber auch die Wirtschaftspolitik in Deutschland. Kopton befürchtet hier verhängnisvolle Fehler – zum Beispiel eine CO2-Steuer: „Mit der CO2-Steuer wird die CO2-Menge nicht gesenkt, es werden nur die Staatseinnahmen erhöht“, warnte er.

Befragt nach den größten Risiken für ihr Geschäft, nennen inzwischen 43 Prozent der Unternehmen die Inlandsnachfrage, berichtete IHK-Konjunkturexpertin Christine Neumann. Das ist neu. Die Hauptsorge der Firmen bleibt aber mit 62 Prozent der Fachkräftemangel – konjunkturelle Abkühlung hin oder her.

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