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Ingolstadt

06.03.2019

Was macht eigentlich der frühere Audi-Chef Rupert Stadler?

„Er geht aufrecht“ sagt man über den früheren Audi-Chef Rupert Stadler.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Rupert Stadler gehört zu den Beschuldigten im Abgas-Skandal bei Audi. Er saß in Untersuchungshaft, ist aber wieder auf freiem Fuß. Und wie geht es ihm?

Was immer Rupert Stadler gerade tut, auf dem Weg nach Santiago de Compostela ist er eher nicht. Dorthin wollte der frühere Vorstandsvorsitzende von Audi pilgern, wenn die Dieselkrise vorbei sei. Das hatte er in seinem letzten großen Interview als Audi-Chef unserer Redaktion im Mai vergangenen Jahres gesagt.

Der Abgas-Skandal bei VW und der Tochter Audi aber ist mitnichten vorbei. Er beschäftigt den Konzern nun schon seit über drei Jahren. Gegen Audi ermittelt nach wie vor die Staatsanwaltschaft München II. Derzeit werden laut Ermittlungsbehörde zwei Dutzend Beschuldigte geführt.

Unter ihnen ist auch Stadler. Ihm wird Betrug und mittelbare Falschbeurkundung zur Last gelegt. Er soll nicht verhindert haben, dass Audi Diesel-Autos mit manipulierter Abgasreinigung verkauft hat. In Untersuchungshaft kam er am 18. Juni 2018 wegen Verdunkelungsgefahr. Das Oberlandesgericht München hatte den Haftbefehl Ende Oktober gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. So hat Stadler Kontaktverbot zu allen für das Ermittlungsverfahren relevanten Personen. Zudem musste er eine „empfindlich hohe“ Kaution hinterlegen, wie es heißt. Stadler bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Sein Verteidiger Thilo Pfordte äußert sich auf Nachfrage aber nicht zur Sache.

Was macht eigentlich der frühere Audi-Chef Rupert Stadler?

Einer, der Stadler besser kennt, sagt: „Er geht aufrecht“

Wie geht es ihm nun? Zu erfahren ist über den früheren Herrn der Ringe nach wie vor sehr wenig. Jemand, der Stadler besser kennt, bescheinigt ihm Stärke in der derzeit schwierigen Situation: „Er geht aufrecht.“ Aber Stadler halte sich nach wie vor „bewusst“ zurück. Was stimmt. Fragen nach ihm werden zumeist mit einem Schulterzucken beantwortet: Nix gesehen, nix gehört. Und wenn doch jemand etwas erfahren haben will, bleiben die Angaben im Ungefähren. So soll man ihn beim Spaziergang im alten Westviertel Ingolstadts schon erblickt haben, dort, wo seine Villa steht. Auch im Ingolstädter Stadttheater wurde er angeblich schon gesichtet. Das allerdings liegt auch schon wieder eine gute Weile zurück.

Stadlers Verdienste um Audi sind in Ingolstadt unvergessen

Wieder andere wollen ihn mal beim morgendlichen Schwimmtraining im Hallenbad auftauchen gesehen haben. Und den Jahreswechsel soll er im Altmühltal verbracht haben, wo in Wachenzell der elterliche Bauernhof steht. Die Schweigsamkeit mit Blick auf den regional verwurzelten Stadler lässt sich auch so erklären: Zum einen gilt die Unschuldsvermutung, bis es ein rechtskräftiges Urteil gibt. Zum anderen ist es nach wie vor so, dass Stadlers Verdienste um Audi bei vielen Ingolstädtern nicht vergessen sind. Wer sich umhört, bekommt mitnichten nur Beschuldigungen zur Antwort.

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06.03.2019

Muss man das unbedingt wissen?

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