Die Gewerkschaft Verdi hat an diesem Mittwoch erneut zu Warnstreiks bei Galeria Karstadt Kaufhof aufgerufen. Betroffen sind zahlreiche Filialen in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, berichtete die Gewerkschaft. Grund für den Warnstreik ist der harte Sanierungskurs bei dem insolventen Warenhaus-Konzern.
Schon am Karsamstag streikten Galeria-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in 19 Kaufhäusern. Nach Angaben von Verdi legten knapp 1000 Beschäftigte in Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen die Arbeit nieder. Trotz des Warnstreiks blieben laut Galeria Karstadt Kaufhof sämtliche Filialen geöffnet.
Streik bei Galeria: 4000 Arbeitsplätze könnten verloren gehen
Hintergrund der Protestaktionen ist der von den Gläubigern gebilligte Sanierungsplan für das Unternehmen. Er sieht bundesweit die Schließung von 47 der 129 Filialen vor. Das würde den Verlust von etwa 4000 Arbeitsplätzen bedeuten.
Die Warnstreiks begründet Verdi aber nicht mit dem Sanierungsplan, sondern mit festgefahrenen Tarifverhandlungen für die derzeit noch etwa 17.000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzelhandels sowie den Insolvenzschutz für Zeitgutschriften und Zahlungsansprüche, die nicht mit der monatlichen Vergütung fällig sind.
"Die Belegschaften stecken seit vielen Jahren Geld in die Sanierung des Unternehmens und verzichten auf bis zu 5500 Euro jedes Jahr", sagte Verhandlungsführer Marcel Schäuble. Dass die Arbeitgeber jetzt erneut Lohnverzicht forderten, bringe Menschen bei Galeria auf die Straße. Die Tarifverhandlungen sollen Ende April fortgesetzt werden.
Galeria-Vorstand kritisiert Streik
"Die geplanten Streikmaßnahmen sind offensichtlich rechtswidrig und drohen ruinöse Schäden zu verursachen, für die Sie haftbar zu machen wären", kritisierten Konzernchef Miguel Müllenbach und der Galeria-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz an die Verdi-Spitze. Der Brief lag dem Portal Business Insider vor. Beide Chefs verweisen darauf, dass sich Galeria nach wie vor in einem Insolvenzverfahren und einer "existenziellen Krisensituation" befinde. (mit dpa)