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Gartenkolumne : Viel mehr als Datschi: Zwetschgen sind die Helden des Spätsommers

Gartenkolumne

Viel mehr als Datschi: Zwetschgen sind die Helden des Spätsommers

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    Kurz vor der Reife stehende Zwetschgen der Sorte Elena hängen an einem Ast: Der Spätsommer und Herbst ist die Zeit der Zwetschgenernte.
    Kurz vor der Reife stehende Zwetschgen der Sorte Elena hängen an einem Ast: Der Spätsommer und Herbst ist die Zeit der Zwetschgenernte. Foto: Daniel Vogl, dpa

    Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen und Renekloden reifen derzeit massenhaft. Die Zibarte, eine kleine Unterart der Zwetschge in grünlich gelb oder auch violettgrün wurde erstmals von Hildegard von Bingen erwähnt. Diese säurereiche, fast schon an Schlehe erinnernde Frucht, ist noch heute in Süddeutschland verbreitet. Eine eigene Art sind Kirschpflaumen in allen Farben von hellgelb bis dunkelrot. Sorten mit rotem Laub heißen Blutpflaumen. 

    Sie alle unterscheiden sich in Farbe, Form und Reifezeit. Die ersten Frühzwetschgen (gute Sorten sind ‚Ersinger Frühzwetschge‘, ‚Ruth Gerstetter‘) reifen ab Juli, jetzt im August folgen Pflaumen, Kirschpflaumen und Mirabellen. Traditionelle Hauszwetschgen reifen erst ab September bis Oktober.

    Bei Zwetschgen auf die Backfähigkeit achten

    Zwetschgen sind länglich, ihr Stein spitz und scharfkantig. Pflaumen-Kerne sind eher rundlich, hochgewölbt. Mirabellen sind besonders süß, meist gelb und oft leicht rötlich gesprenkelt (Sorte ‚Mirabelle von Nancy‘). Die großen Renekloden gibt es in Grün-Gelb (‚Große gelbe Reneklode‘) oder Violett (‚Graf Althans Reneklode‘).

    Entsteinte und halbierte Zwetschgen: Sie eignen sich besonders gut für Kuchen.
    Entsteinte und halbierte Zwetschgen: Sie eignen sich besonders gut für Kuchen. Foto: Christin Klose, dpa

    In der Küche will man Sorten, die sich leicht vom Stein lösen. Bei den Zwetschgen spielt auch die Backfähigkeit eine große Rolle: Die entsteinten Früchte sollen auf dem Kuchen ihre Form behalten. Eine früher beliebte Frühzwetschge, die ‚Bühler Frühzwetschge‘, wird als Kuchenbelag oft wässrig und weich.

    Auf Hefeteig, Mürbteig oder versenkt im Rührteig

    Allesamt lassen sich die Früchte frisch vom Baum naschen und probieren. Sehr gut ersetzen sie Südfrüchte im Obstsalat. Klassische Kuchenrezepte sind: Zwetschgen, Pflaumen oder Mirabellen auf Hefeteig, Mürbteig oder eingesenkt in Rührteig. Schmackhaft sind Zimtstreusel, gesünder sind Mandelsplitter und wenig Zimtzucker.

    Was schlecht vom Stein löst, lässt sich zu Kompott verarbeiten – gekocht lässt sich der Stein leicht entfernen. Tipp: Nicht zu weich kochen! Variantenreich lassen sich kleinere Arten als Kaltschale oder Grütze servieren: Mit etwas Trauben- oder Apfelsaft aufkochen, Flüssigkeit mit Stärke binden (ca. 100 g je Liter Flüssigkeit). Säuerliche Wildpflaumen lassen sich auspressen und ergeben erfrischende Schorle-Getränke. Pflaumen mildern als ausgezeichnete und zugleich unauffällige Mischungspartner (50:50) Marmeladen von Holunder oder Sanddorn. Zu Käse passen Zwetschgenchutneys.

    Alle außer den großen, saftreichen Renekloden lassen sich gut trocknen. Dazu halbiert man die Früchte und legt sie wie Schiffchen auf den Trockenrost. Die besten Dörrzwetschgen erhält man aus der Hauszwetschge, wenn diese, noch am Baum hängend, am Stielansatz bereits leichte Trockenrunzeln aufweisen.

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