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Hoher Krankenstand: Allianz-Manager fordert Karenztag

Kommentar

Karenztag? Die Deutschen sind nicht faul!

Matthias Zimmermann
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    Die Wirtschaft klagt über einen hohen Krankenstand.
    Die Wirtschaft klagt über einen hohen Krankenstand. Foto: Jens Büttner, dpa

    Schwer zu sagen, welche Vorsätze Allianz-Chef Oliver Bäte für 2025 gefasst hat. Wenn dazu gehört, die ohnehin überdrehte politische Diskussion mit einer Neiddebatte weiter anzuheizen, kann er schon in den ersten Tagen des neuen Jahres einen Haken hinter diesen Punkt setzen. Aufmerksamkeit hat er für seine markigen Vorschlag, den Karenztag bei Krankmeldungen wieder einzuführen, im Übermaß bekommen.

    Dabei gehen Krankenkassen und Wirtschaftsforscher davon aus, dass hinter dem scheinbaren Anstieg der Krankheitstage in Wahrheit vor allem eine verbesserte statistische Erfassung steckt, die der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu verdanken ist. Das Problem, das Bäte – und auch andere Manager – zuletzt gerne anführten, gibt es in dieser Form gar nicht.

    Deutschlands Sozialsystem braucht Reformen

    Dass in der politischen Debatte mit solchen Verkürzungen gezündelt wird, gehört, gerade im Wahlkampf, leider zum schmutzigen Teil des Geschäfts. Unter Generalverdacht geraten in den Neiddebatten meist jene, die sich am wenigsten wehren können: Geflüchtete, Arbeitssuchende oder wie jetzt Geringverdiener, die sich dann krank zur Arbeit schleppen müssen. Deutschlands Sozialsystem braucht Reformen. Aber die Debatte, wo gespart werden kann, muss ehrlich geführt werden. Sonst freuen sich nur die Populisten.

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