Die westliche Welt wankt, und sie wankt hinein bis ins Kinderzimmer. Und trotzdem steht die Jugend wohl auf stabilen Grundfesten – zumindest, was das eigene Leben angeht. Das sagt die neue Sinus-Studie, welche die Krankenkasse Barmer in Auftrag gegeben hatte. Dafür wurden im vergangenen Herbst 2000 14- bis 17-Jährige bundesweit dazu befragt, wie sie über die Zukunft nachdenken. Ihre Antworten lassen aufhorchen.
Rund 80 Prozent der Befragten gaben an, optimistisch in ihre persönliche Zukunft zu blicken, 15 Prozent davon sogar „sehr optimistisch“. Diese Einschätzung ist seit 2021 weitgehend konstant geblieben und im Vergleich zum Vorjahr sogar minimal angestiegen. Auch interessant: Sie hängt nicht mit dem Geschlecht und nur geringfügig mit dem Bildungsgrad zusammen.
Barmer Sinus-Studie 2025: Mehr Optimismus bei Jugendlichen
Warum ist das so? Übersieht hier eine uninformierte TikTok-Generation die Krisenherde der Welt? Mitnichten. Aus der Studie geht sehr wohl hervor, dass die jungen Menschen die Zukunft Deutschlands und der Welt düster sehen. In gesellschaftlichen Fragen befindet sich der jugendliche Optimismus seit einigen Jahren im Sinkflug. Nur noch 36 Prozent der Jugendlichen schauen zuversichtlich in die Zukunft der Welt, während es im Jahr 2021 noch 44 Prozent waren. Die Zukunft Deutschlands bewerteten 44 Prozent der Jugendlichen optimistisch, 2021 waren es noch 62 Prozent. Sorgen bereiten dem Nachwuchs besonders Krieg, Klimawandel, politischer Extremismus, Umweltverschmutzung und Armut.
Und dennoch steigt die persönliche Zufriedenheit der Jugendlichen seit einigen Jahren. Beachtliche 82 Prozent der Jugendlichen zeigten sich im Großen und Ganzen erfüllt mit dem eigenen Leben. Dieser Wert blieb in den vergangenen Jahren in etwa gleich, wobei Jungen im Schnitt nach wie vor zufriedener sind als Mädchen. Und: Jugendliche mit weniger Bildung sind weniger zufrieden, aber auch in dieser Gruppe steigt die Zufriedenheit seit ein paar Jahren.
Jugendliche denken laut Sinus-Studie 2025 anders über eigene Zukunft
Was diese nackten Zahlen aussagen: „Die Jugendlichen trennen zwischen der unsicheren und schwer beeinflussbaren Welt und ihrer eigenen Zukunft“, zitiert die Studie den Mediziner Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse Barmer. Die Jugend verharrt nicht passiv, sondern widmet sich jenen Bereichen, die sie selbst mitgestalten kann: ihrer persönlichen Zukunft. Eine ganz schön hoffnungsvolle Haltung.
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