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Studie: Präsenz mittelständischer Unternehmen verhindert Landflucht

Studie

Präsenz mittelständischer Unternehmen verhindert Landflucht

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    Ein kräftiger Mittelstand stützt die ländlichen Regionen in Deutschland. 
    Ein kräftiger Mittelstand stützt die ländlichen Regionen in Deutschland.  Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

    Ein kräftiger Mittelstand ist eine stabile Stütze für die ländlichen Regionen in Deutschland. Die Unternehmen, von denen sich viele in Familienhand befinden, sorgen für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Forscher des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) haben in einer neuen Untersuchung außerdem herausgefunden, dass ein starker Mittelstand gegen die Vergreisung schützt. Die Ergebnisse der Studie, die von der Stiftung Familienunternehmen in Auftrag gegeben wurde, lagen unserer Redaktion vorab vor.

    Es ist ein doppelter Effekt, den die Ökonomen festgestellt haben. In Landkreisen mit einem höheren Familienunternehmensanteil nahm die Bevölkerung im Zeitraum von 2008 bis 2018 im Schnitt um zwei Prozent zu, weil Leute der Arbeit wegen dorthin ziehen. Gleichzeitig wollen weniger junge Leute in die großen Städte. In Kreisen mit den meisten Familienunternehmen ziehen im Mittel nur 13 junge Menschen je 1000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 15 Jahren fort. In den Landstrichen mit wenig Mittelstand sind es dagegen 34.

    Drei bayerische Landkreise ganz vorne dabei

    Diese Zweifachentwicklung hilft laut Studie bundesweit drei Landkreise in Bayern am meisten. Im Jahr 2018 hatte der Landkreis Erding elf Prozent mehr Einwohner als zehn Jahre zuvor. Im Kreis Freising sind es 10,8 Prozent, in Pfaffenhofen an der Ilm 10 Prozent. Bei den beiden Erstplatzierten spielt sicher auch die Nähe zu München eine Rolle für das starke Wachstum der Einwohnerzahl.

    Von einer lokal verankerten Unternehmerschaft haben die ländlichen Gebiete darüber hinaus etwas wegen der höheren Kaufkraft und mehr Ausbildungsplätzen. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf ist höher als in Regionen ohne starken Mittelstand. Die höchste Ausbildungsquote in Deutschland hat der Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg an der Grenze zur Schweiz. Die niedrigste Arbeitslosenquote in den ländlichen Räumen findet sich laut Studie auch dort, wo es viele Familienunternehmen gibt. An der Spitze liegt der Kreis Eichstätt mit einer Arbeitslosigkeit von nur 1,3 Prozent, gefolgt vom Kreis Donau-Ries und Pfaffenhofen mit je 1,6 Prozent.

    Firmen, die von Familien geführt werden, halten in der Krise ihre Mitarbeiter

    Der Wirtschaftseinbruch, der aus dem Kampf gegen die Corona-Pandemie resultiert, trifft auch den Mittelstand schwer. Viele Unternehmen hängen stark vom Export ab. Die Erfahrungen aus der etwas mehr als zehn Jahre zurückliegenden Finanzkrise zeigen aber, dass Firmen, die von Familien geführt werden, ihre Mitarbeiter halten, wenn es irgendwie geht.

    Die Infektionskrankheit hat in den vergangenen Monaten die Schwächen Deutschlands deutlich gemacht. Auf dem Lande sind Internet- und Handyverbindung in vielen Orten noch immer lahm. Das Arbeiten von zu Hause kann dadurch zur Qual werden. „Familienunternehmen werden nur dann aus den Regionen heraus erfolgreich bleiben können, wenn sie dort gute Rahmenbedingungen vorfinden“, sagte Rainer Kirchdörfer, Chef der Stiftung Familienunternehmen. Dazu zählt er auch gut ausgestattete Kindergärten und Schulen.

    Die Stiftung hat die Analyse in Auftrag gegeben, um einerseits die Bedeutung der eigenen Mitglieder für die Wirtschaft Deutschlands zu unterstreichen und andererseits den eigenen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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