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Weihnachtsgeschenke: Was ein gutes Geschenk ausmacht

Kommentar

Es kann auch eine Salatschleuder sein: Worauf es beim Schenken ankommt

Lena Jakat
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    Ein gutes Geschenk heißt: Zeit und Aufmerksamkeit investieren.
    Ein gutes Geschenk heißt: Zeit und Aufmerksamkeit investieren. Foto: Fotostand / Fritsch

    Schenken ist aus der Mode geraten, der feierliche Austausch von Gegenständen entspricht nicht mehr dem Zeitgeist. Zumindest drängt sich dieser Eindruck in vielen privaten Gesprächen auf, in öffentlichen Debatten und auch so manchem Leitartikel. Weihnachten sei zu einem reinen Kommerz-Event verkommen, heißt es dann, zum ritualisierten Massenkonsum. So viel Kram, der pflichtschuldig gekauft wird, den eigentlich eh keiner braucht, der – nach ein paar Jahren ebenso pflichtschuldigen Aufbewahrens – am Ende auf dem globalen Müllberg landet, der sich immer noch weiter und weiter auftürmt. Vom glitzernden Geschenkpapier (Mikroplastik!) und der CO2-Belastung durch die ganze Online-Bestellerei ganz abgesehen. Wo bitteschön bleibt denn da die Idee von Weihnachten? Vom Kind in der Krippe, vom Fest der Liebe?

    „Wir schenken uns nichts!“, ist dann oft zu hören, oder maximal noch: Wir schenken uns Zeit, einen Gutschein für eine gemeinsame Unternehmung nach Wahl.

    81 Prozent der Deutschen wollen Geschenke kaufen

    Tatsächlich entspricht dieser Eindruck nicht der statistischen Realität. Es wird nach wie vor flächendeckend geschenkt in Deutschland. 81 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage kürzlich an, zu Weihnachten etwas verschenken zu wollen. Und es gibt ja auch kaum etwas, das mehr Freude macht, als ein gutes Geschenk. Wobei sich dieses nicht dadurch auszeichnet, dass es besonders teuer oder ausgefallen ist, sondern dadurch, dass sich der Schenkende Gedanken gemacht hat. Und zwar nicht über das Geschenk an sich, sondern über den Beschenkten. Sprachgeschichtlich hat das Geschenk seinen Ursprung übrigens beim Einschenken, in der mittelalterlichen Gastfreundschaft, in einem Becher Wein als vertrauensbildende Maßnahme. Daran hat sich im Kern wenig geändert; bis heute ist ein gutes Geschenk Ausdruck von Wertschätzung und Verbundenheit.

    Kleine Beobachtungen im Alltag, aufmerksam sein, hinhören auch in belanglosen Gesprächen: Daraus ergeben sich oft die besten Geschenkanlässe. So kann nach einem gemeinsamen Kochabend mit kaputter Salatschleuder ein Ersatz mit funktionierender Kurbel eine gelungene Überraschung sein, ein neues Portemonnaie für die Freundin, aus deren altem, ausgeleierten schon die Centmünzen kullern, neue Handschuhe für die Tante, die genervt berichtet, wie sie ihre im Bus verlor. Das eigentliche Geschenk ist in allen Fällen die Aufmerksamkeit, die Idee, die Zeit, die man sich zwischen Stress und Hetze im Alltag nimmt, um zu überlegen, was Freude bereiten könnte.

    Der Handel ist auf die Geschenklaune angewiesen

    Auch wenn die ideelle Investition im Einzelnen wertvoller ist als die monetäre: Der Handel ist ebenfalls auf die anhaltende Geschenklaune angewiesen, macht er doch traditionell ein knappes Fünftel des Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft. Mit einem Umsatz von 126,2 Milliarden Euro rechnete der Deutsche Handelsverband Ende November für 2025. Das sind richtig viele Salatschleudern, ist in der Summe aber nur 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr und inflationsbereinigt nicht mehr als eine Stagnation. Ein Viertel der Unternehmen rechnete mit einem schlechten Geschäft zum Jahresende. Wer Dinge verschenkt, tut nicht nur etwas fürs Miteinander, er tut – vorausgesetzt, er bestellt nicht gerade beim chinesischen Billighändler – auch etwas für die gebeutelte Wirtschaft.

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