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WhatsApp-Kettenbrief mit KI-Behauptung – was wirklich dran ist

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WhatsApp-Kettenbrief: Liest die KI mit?

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    Ein neuer Kettenbrief kursiert in WhatsApp-Gruppenchats. Dort wird fälschlicherweise behauptet, die Meta-KI lese private Daten aus.
    Ein neuer Kettenbrief kursiert in WhatsApp-Gruppenchats. Dort wird fälschlicherweise behauptet, die Meta-KI lese private Daten aus. Foto: Jens Büttner/dpa/dpa-tmn

    Immer wieder tauchen Kettenbriefe in E-Mail-Verteilern, sozialen Medien oder Messenger-Diensten auf. Manchmal drohen sie nur mit „sieben Jahren Pech“, wenn man sie nicht weiterleitet. Häufig enthalten sie jedoch Phishing-Versuche oder Falschmeldungen, die sich so rasant verbreiten. Letzteres ist bei einem Kettenbrief der Fall, der derzeit über WhatsApp verschickt wird.

    Kettenbrief auf Whatsapp: Das soll angeblich mit den Daten passieren

    In der Nachricht wird behauptet, dass an einem nicht näher datierten Samstag in Gruppenchats eine KI-Funktion aktiviert werde, die Zugriff auf Chats habe. Diese KI solle private Nachrichten öffnen, Telefonnummern einsehen und private Daten vom Gerät herunterladen können. Um das zu verhindern, müsse der Gruppenadministrator in den App-Optionen die Funktion „erweiterter Datenschutz“ aktivieren.

    Aktuell kursiert in WhatsApp-Gruppen ein Kettenbrief, der vor der Meta-KI warnt. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte sie am besten ignorieren und löschen.
    Aktuell kursiert in WhatsApp-Gruppen ein Kettenbrief, der vor der Meta-KI warnt. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte sie am besten ignorieren und löschen. Foto: Till Simon Nagel/-/dpa-tmn

    Was ist falsch an den Aussagen im Kettenbrief?

    Die im Kettenbrief angedeutete bevorstehende Einführung an einem Samstag in naher Zukunft stimmt so nicht. In Europa wurde die Meta-KI bereits im März 2025 freigeschaltet. In WhatsApp ist Meta AI an einem lila blauen oder rosa lila Kreis zu erkennen. Je nach Version erscheint dieser als Button unten rechts in der Chatübersicht oder in der Chat- sowie Suchfunktion. Greift Meta also schon seit über einem Jahr auf die Chats der Nutzenden zu?

    Nein, denn die Kommunikation über den Messenger-Dienst ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das heißt, laut den Richtlinien des Kommunikationsdienstes, dass alle Interaktionen, die über WhatsApp stattfinden – egal ob Nachrichten, Telefonate, Audio- oder Bilddateien – technisch so geschützt sind, dass nur die Chatteilnehmenden, ob im Privat- oder Gruppenchat, auf die Inhalte zugreifen können.

    „Nach aktuellem Kenntnisstand liest Meta AI keine Chats zwischen Nutzerinnen und Nutzern mit“, schreibt auch der deutschen Datenschutzdienste BfDi. Würde Meta dies dennoch tun, wäre es nach § 206 des Strafgesetzbuchs strafbar, weil Chatinhalte dem Fernmeldegeheimnis unterliegen. Es gibt aber eine Ausnahme, bei der die Meta-KI auf Inhalte zugreifen darf.

    Wann kann die Meta-KI auf Inhalte und Nachrichten zugreifen?

    Wenn man Meta AI in WhatsApp aktiv nutzt, also die KI über den Button direkt anschreibt oder in einem Chat per „@Meta AI“ erwähnt und Inhalte mitsendet, kann Meta diese Nachrichten lesen und verarbeiten, heißt es in den WhatsApp-Richtlinien. Alle anderen Nachrichten in privaten und Gruppen-Chats seien weiterhin Ende‑zu‑Ende verschlüsselt. Nutzende können zudem, etwa über die Seite der Verbraucherzentrale, ein Widerspruchsformular ausfüllen, das die Nutzung von WhatsApp-Daten für die KI untersagt.

    Für bestimmte optionale KI‑Funktionen bietet WhatsApp, wie auf der entsprechenden Informationsseite zur Meta-KI beschrieben, zusätzlich „Private Processing“ an: Dabei wird eine Anfrage in einer sicheren, privaten Cloud‑Umgebung verarbeitet, die laut WhatsApp so gestaltet ist, dass niemand Zugriff auf die dabei verarbeiteten Inhalte haben soll – auch Meta und WhatsApp nicht.

    Der wahre Kern: „Erweiterter Chat-Datenschutz“

    Die Funktion „Erweiterter Chat‑Datenschutz“ gibt es bereits seit etwa einem Jahr. Dabei handelt es sich, laut Meta, um eine zusätzliche Privatsphäre‑Einstellung, die man für einzelne Chats oder Gruppen aktivieren kann, um die Vertraulichkeit weiter zu erhöhen. Ist sie eingeschaltet, wird unter anderem der Export des Chats blockiert und das automatische Speichern von Fotos und Videos aus diesem Chat in der Geräte‑Galerie verhindert. Zudem werden bestimmte KI‑Funktionen für diesen Chat deaktiviert, etwa, dass man Meta AI in diesem Chat keine Fragen stellen oder die KI nicht um Bilder oder Zusammenfassungen bitten kann.

    Entgegen der Warnung im Kettenbrief ist die Funktion aber kein Notfallschalter gegen eine „mitlesende KI“, sondern bremst vor allem Features, die Inhalte leichter nach außen tragen.

    Gefahr durch Kettenbriefe

    Kettenbriefe verwenden das sogenannte Schneeballsystem und erzielen schnell eine große Reichweite, indem sie mit einer ständig wachsenden Anzahl von Kontakten geteilt werden, informiert die Verbraucherzentrale. „Häufig nutzen Betrüger Kettenbriefe, um mit Falschmeldungen Angst zu verbreiten, Ihnen kostenpflichtige Abos unterzuschieben oder Ihre Daten abzugreifen.“ Der vorliegende Kettenbrief spielt mit dem Unwissen und den Ängsten der Empfänger und führt diesen zur Weiterverbreitung unwahrer Behauptungen.

    Kettenbrief erhalten? So verhält man sich richtig.

    Die Verbraucherzentrale rät beim Erhalt eines Kettenbriefs Folgendes:

    1. Keine Links anklicken und keine Anhänge oder Dateien herunterladen.
    2. Keine persönlichen Daten preisgeben.
    3. Wenn dazu aufgefordert wird, die Nachricht an Kontakte weiterzuleiten: Nachricht löschen, ohne sie weiterzuleiten.
    4. Kein Geld an unbekannte Konten überweisen – auch nicht an vermeintliche Spendenkonten.
    5. Wenn der Absender bekannt ist: die Person auf die Risiken hinweisen, die durch das Weiterverbreiten solcher Nachrichten entstehen.
    6. Ist der Absender unbekannt, den Kontakt blockieren und den Vorfall beim Messenger-Dienst melden.
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