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Europäischer Prostata-Tag
15.09.2018

Acht Fakten rund um die Prostata

3D-Modell einer Prostata im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Zum Europäischen Prostata-Tag haben wir wissenswerte Fakten rund um die Prostata zusammengestellt.
Foto: Axel Heimken, dpa

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern. Der Prostata-Tag am 15. September macht darauf aufmerksam. Wichtige Fakten rund um die Drüse gibt's hier.

2005 erklärten Urologen- und Patientenverbände aus ganz Europa den 15. September zum Europäischen Prostata-Tag. Ziel ist es, die Öffentlichkeit über Erkrankungen der Prostata und ihre Risiken und Folgen hinzuweisen. Zum europäischen Prostata-Tag am 15. September 2018 haben wir deshalb die wichtigsten Fakten rund um die Prostata zusammengetragen.

1. Warum nur Männer eine Prostata haben

Die Prostata ist eine sogenannte akzessorische Geschlechtsdrüse, die alle männlichen Säugetiere besitzen. Sie wird auch als Vorsteherdrüse bezeichnet und ist beim Mann etwa so groß wie eine Kastanie. Was genau macht die Prostata? Die eine Drüse, auf die man aufgrund des Namens schließen könnte, gibt es nicht. Die Prostata besteht aus bis zu 50 Einzeldrüsen. Diese produzieren ein Sekret, das bei der Ejakulation in die Harnröhre abgegeben wird, wo es sich mit den Spermien vermischt. Beim Menschen macht dieses Sekret etwa ein Drittel des Ejakulats aus.

Das Sekret der Prostata ist ein wahres Zaubermittel. Mit seinem pH-Wert von 6,4 erhöht es die Überlebenschancen der Spermien. Die können sich bei einem pH-Wert zwischen 6 und 6,5 nämlich am besten bewegen. Die Vagina hat zum Schutz vor Infektionen ein saures Milieu, in der Regel herrscht dort ein pH-Wert um 4. Ohne das Sekret der Prostata wäre es für Spermien also quasi unmöglich, bis zur Eizelle zu gelangen. Des Weiteren enthält das Prostatasekret ein sogenanntes biogenes Amin, das bewegungsauslösend auf die Spermien wirkt.

Die Prostata liegt beim Mann unterhalb der Harnblase.
Foto: dpa-Infografik

2. Frauen haben ein Pendant zur Prostata

Auch Frauen verfügen über sogenannte akzessorische Geschlechtsdrüsen, die in der Anatomie als Paraurethral- oder Skene-Drüse bezeichnet werden. Sie enden in den Endabschnitt der Harnröhre und sondern ein Sekret ab, das in der Zusammensetzung dem männlichen Prostatasekret ähnelt. Anders als beim Mann spielt die weibliche Prostata jedoch bei der Fortpflanzung keine Rolle.

3. Die häufigste Krebsart beim Mann: Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart beim Mann und liegt auf Platz zwei der durch Krebs bedingten Todesursachen bei Männern. Im Jahr 2014 erkrankten laut Zentrum für Krebsregisterdaten 57.370 Männer in Deutschland am Prostatakarzinom. Prostatakrebs tritt vor dem 50. Lebensjahr nur selten auf, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 72 Jahren. Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms sind trotz umfangreicher Forschung bislang im Wesentlichen unbekannt. Forscher wissen zwar mittlerweile, dass eine Erkrankung unter nahen Angehörigen als Risikofaktor gilt - wie genau Genveränderungen vererbt werden, ist jedoch nicht klar.

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4. Erste Hinweise auf Prostatakrebs

Tückisch am Prostatakrebs ist, dass erst relativ spät Symptome auftreten. Symptome können Probleme beim Wasserlassen sein, aber auch vermehrter (nächtlicher) Harndrang, Erektionsstörungen, Schmerzen beim Samenerguss sowie Blut im Urin und in der Samenflüssigkeit. Diese Beschwerden sind allerdings keine eindeutigen Prostatakrebs-Symptome, da sie auch bei anderen Erkrankungen auftreten können.

Manche Männer bemerken beim Wasserlassen, dass mit ihrer Prostata etwas nicht stimmt.
Foto: Franziska Gabbert, dpa

5. Prostatakrebs: Vorsorge ab 45 ist ratsam

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm sieht in Deutschland für Männer ab 45 einmal jährlich eine Prostatauntersuchung vor. Der Arzt tastet dazu die Genitalien und die dazu gehörigen Lymphknoten in der Leiste ab, zudem die Prostata selbst vom Enddarm aus. Nicht vorgesehen im Früherkennungsprogramm ist hingegen der PSA-Test, eine Untersuchung auf ein prostataspezifisches Antigen im Blut. Dieser Test gilt laut Deutschem Krebsforschungszentrum aber ohnehin als umstritten: "Ob Männer mit regelmäßigem PSA-Test länger und vor allem besser leben, steht nicht fest."

6. Walnüsse können Prostatakrebs vorbeugen

Krebsforscher empfehlen Walnüsse zur Vorbeugung von Prostatakrebs. Denn wie eine Tierstudie mit Mäusen zeigte, wachsen Prostatatumore langsamer und bleiben wesentlich kleiner, wenn die Nager täglich Walnüsse zu fressen bekommen. Das fand ein Forscherteam um Paul Davis an der Universität von Kalifornien heraus. Dazu fütterte das Team Versuchsmäuse mit einer genetischen Anlage für Prostatakrebs zwei Monate lang täglich mit 14 Walnüssen. Kontrolltiere bekamen im selben Zeitraum zusätzlich zur normalen Ernährung Sojabohnen-Öl vorgesetzt.

Nach Ablauf des Untersuchungszeitraums waren die Prostatageschwüre bei den Mäusen, die mit Walnüssen gefüttert worden waren, im Schnitt 50 Prozent kleiner als bei den Kontrolltieren. Zudem entwickelten sie sich nur ein Drittel so schnell wie die Tumore der Tiere in der Kontrollgruppe.

Krebsforscher empfehlen Walnüsse zur Vorbeugung von Prostatakrebs.
Foto: dpa

7. Die Prostata ist der G-Punkt des Mannes

Nicht nur Frauen verfügen über einen G-Punkt: Die Stelle im Enddarm, von der aus die Prostata getastet werden kann, gilt als männlicher G-Punkt. Dort laufen wichtige Nerven, die die Sexualorgane kontrollieren, zusammen. Durch die Stimulation dieses Punktes kann ein Orgasmus herbeigeführt werden, der sich von einem durch Stimulation des Penis' generierten Orgasmus deutlich unterscheidet. Genau wie der G-Punkt der Frau wird auch die Prostata beim Mann erst ab einem gewissen Erregungsgrad als erogene Zone aktiv.

8. Die Prostata ist seit Jahrtausenden bekannt

Der griechische Arzt Herophilos von Chalkedon lieferte 300 vor Christus die erste anatomische Beschreibung der Prostata. Er war es auch, der ihr ihren Namen gab:  "Prostata" geht zurück auf das altgriechische "prostátēs" und bedeutet soviel wie "Vorsteher", "Vordermann" oder in diesem Fall "die Vorstehende". Für viele Jahrhunderte blieb dies die einzige überlieferte Beschreibung. Eine anatomisch genauere Beschreibung lieferte erst der italienische Anatom Niccolò Massa im Jahr 1536.

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