Lariam könne das zentrale Nervensystem beeinträchtigen und unter anderem Psychosen, Angst, Halluzinationen, Panikattacken oder Depressionen auslösen, berichtete das ARD-Magazin "Kontraste" am Donnerstagabend. Doch das Sanitätspersonal der Bundeswehr klärt dem Bericht zufolge häufig nicht über diese besonderen Nebenwirkungen auf.
"Das Einzige, was mir gesagt wurde, war, dass man sich ein, zwei Tage sehr elend fühlt und sozusagen die Symptome eines grippalen Infekts auftreten würden", sagte ein Soldat im Gespräch mit "Kontraste". Von psychischen Nebenwirkungen habe das medizinische Personal nie gesprochen.
"Das Risiko, Lariam weiter zu verwenden, ist zu hoch"
In der US-Armee wird Lariam mit Selbstmorden in Verbindung gebracht. Jeder Vierte leide nach der Einnahme unter neuropsychischen Nebenwirkungen, sagte die Armee-Psychiaterin Elsbeth Rithie dem Magazin. "Das Risiko, Lariam weiter zu verwenden, ist zu hoch. Es gab einfach zu viele Vorfälle, als dass man es Soldaten mit ruhigem Gewissen geben könnte." Dem Bericht zufolge besteht auch bei dem Soldaten Robert Bales, der im März in Afghanistan 17 Zivilisten tötete, der Verdacht, dass er unter Lariam stand.
Die norwegische Armee gibt das Medikament dem Bericht zufolge bereits seit 2010 nicht mehr aus. In der niederländischen Armee wird Lariam nur noch in Ausnahmefällen verabreicht. afp